HIV-Infizierte haben häufig Kopfschmerzen

BERLIN (grue). Patienten mit Aids haben häufig Spannungskopfschmerzen. Sie werden durch eine HIV-Enzephalopathie ausgelöst oder hängen mit den antiviralen Medikamenten zusammen. Bei HIV-Infizierten, die kein Aids haben, sind Kopfschmerzen ähnlich häufig wie bei Gesunden.

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Nur kurz nach der Infektion haben manche HIV-Patienten für einige Wochen vermehrt Kopfschmerzen, dazu auch Photophobie und Facialisparese. Diese Symptomen-Trias sollte stets an HIV-denken lassen. Bestätigt sich das, können die Patienten sechs Monate mit hochdosierten Aids-Medikamenten behandelt werden, so Professor Stefan Evers aus Münster beim Schmerzkongreß in Berlin.

Von den Patienten mit Aids hat mindestens jeder dritte häufig Kopfschmerzen. Das könne mehrere Ursachen haben, so Evers: Entweder hält der akute HIV-assoziierte Kopfschmerz ungewöhnlich lange an oder die Schmerzen entwickeln sich zusammen mit der HIV-Enzephalopathie. "Außerdem sind Kopfschmerzen häufig bei Patienten, die eine zusätzliche Infektion mit Kryptokokken oder Toxoplasmen haben", sagte Evers. "Die Schmerzen verschwinden, wenn gegen die Erreger behandelt wird".

Ein größeres Problem sind Kopfschmerzen, die während der spezifischen HIV-Therapie auftreten. Viele Virustatika, Antibiotika und Antimykotika haben diese unerwünschte Wirkung. Für AZT etwa wird die Kopfschmerz-Häufigkeit mit 16 bis 50 Prozent angegeben. "Die Kopfschmerzen treten aber meist nur vorübergehend auf und die Therapie sollte deshalb möglichst nicht abgebrochen werden", so Evers.

Gegen den Medikamenten-Kopfschmerz helfen NSAR, aber auch Triptane. Nicht zu empfehlen seien ASS und Indometacin. Sie können andere unerwünschte Wirkungen der antiviralen Medikamente verstärken. Kopfschmerzen sind aber nur eines der Schmerzprobleme, von denen Aids-Patienten berichten. Viele der Patienten erhielten keine ausreichende Schmerztherapie. "Oft wird auf Opioide verzichtet, obwohl die auch bei Aids-Kranken gut wirken", sagte Evers. Das gelte auch für Rauschgiftabhängige.

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