Ernährungsmedizin

Hämochromatose - für ein Screening sind auch Hausärzte gefragt

BRISBANE (gwa). Soll man jeden Patienten, der in die Praxis kommt, auf Hämochromatose screenen, etwa mit Bluttests? Australische Kollegen sagen ja. Denn die Eisenspeicherkrankheit ist häufig. Und den Folgen wie Zirrhose oder Diabetes kann man mit Aderlässen vorbeugen.

Veröffentlicht: 02.03.2006, 08:00 Uhr

Kollegen um Dr. Lawrie W. Powell aus Brisbane in Australien prüften die Häufigkeit von Leberschäden bei 672 scheinbar gesunden Menschen, bei denen die Veranlagung für Hämochromatose mit Gentests festgestellt worden war.

18 Prozent der Männer und fünf Prozent der Frauen hatten eine bislang nicht bekannte Fibrose, eine Zirrhose sechs und zwei Prozent (Arch Intern Med 166, 2006, 294). Deshalb, und weil einer von 200 Menschen in der Allgemeinbevölkerung die Veranlagung hat, plädieren die australischen Kollegen für ein generelles Hämochromatose-Screening.

Dr. Barbara Butzeck von der Hämochromatose-Vereinigung Deutschland ist der Spürsinn von Hausärzten besonders wichtig, um eine Hämochromatose zu entdecken. Wer bei Müdigkeit und Abgeschlagenheit nicht nur einen Eisenmangel ausschließt, sondern auch eine Ferritin-Erhöhung und pathologische Transferrin-Sättigung prüft, kann eine Hämochromatose entdecken.

Auch unklare Gelenkbeschwerden, etwa des Zeige- und Mittelfingers, gehören zu den Frühsymptomen. Und wer bei erhöhten Leberenzymen nicht nur an Alkohol, sondern auch an eine mögliche Eisenüberladung der Leber denkt, kann auch ohne Gentests Hämochromatose-Kranke identifizieren.

Lesen Sie dazu auch das Interview: Verwandte von Erkrankten auf Hämochromatose zu testen ist sinnvoll - zu Gentests gehört aber Beratung

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