Direkt zum Inhaltsbereich

Hämophilie-Therapie soll einfacher werden

BONN (im). Zur Hämophilie-Therapie werden gentechnische Faktor-VIII-Präparate auf den Markt kommen, die wegen einer verlängerten Halbwertszeit im Blut seltener appliziert werden müssen.

Veröffentlicht:

Hemmen diese Präparate Blutungen so effektiv wie herkömmliche Arzneien, wäre dies ein Meilenstein in der Hämophiliebehandlung, hat Professor Johannes Oldenburg aus Bonn gesagt. Nach den Erfahrungen des Leiters des Hämophiliezentrums an der Uniklinik in Bonn erschwert die intravenöse Applikation des Gerinnungsfaktors VIII alle zwei bis drei Tage die Behandlung der Hämophilie-Patienten.

Noch in diesem Sommer starte eine klinische Doppelblind-Studie, in der 250 Patienten mit einem gentechnisch hergestellten Faktor-VIII-Konzentrat nur einmal pro Woche behandelt werden.

Ziel bleibt die Heilung durch Gentherapie.

Möglich mache die verlängerte Wirkdauer die Bindung des Faktor-VIII-Proteins durch Polyethylenglykol an kugelförmige Vesikel, die Liposomen. Das verzögere die Inaktivierung des ansonsten instabilen Faktors. Ein anderer Forschungsansatz hin zur verlängerten Wirkdauer sei die Kopplung des Faktors an andere Eiweißmoleküle mit längeren Halbwertszeiten.

Zugleich laufen nach Angaben von Oldenburg Bemühungen, Gerinnungsfaktorkonzentrate in größerer Menge herzustellen. Dies sei zum Beispiel gelungen durch Weglassen des mittleren Molekülteils, das im Gerinnungsvorgang anscheinend keine Funktion hat, aber ein Drittel der Größe des Faktor-VIII-Proteins ausmacht. Das entstehende kleinere Molekül sei einfacher herstellbar, berichtete Oldenburg auf einer vom Unternehmen Bayer HealthCare unterstützten Veranstaltung in Bonn. In dieser Stadt wurde vor 20 Jahren der erste Patient weltweit mit dem Faktor-VIII-Präparat Kogenate® behandelt.

Erst mittelfristig seien neue Applikationsformen zur Vermeidung der i.v.-Applikation zu erwarten, sagte Oldenburg. Langfristiges Ziel bleibe die Heilung der Hämophilie-Kranken durch eine Gentherapie. In Deutschland haben etwa 6000 Menschen eine Hämophilie A.

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neue Therapien

Gleich mehrere Durchbrüche bei seltenen Erkrankungen

Lesetipps
Ein Hautarzt untersucht die Haut mit einem Dermatoskop auf Melanom.

© Iryna&Maya / stock.adobe.com

Vergleich mit anderen Ländern

Hautkrebs-Screening in Deutschland laut Studie ohne klaren Nutzen