Harnblasen aus Gewebezucht transplantiert

WINSTON-SALEM (hub). US-Forscher haben erstmals Harnblasengewebe im Labor gezüchtet und transplantiert. So konnten sie Patienten mit Blasenstörungen bei Myelomeningozele behandeln.

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Sieben Patienten im Alter von 4 bis 19 Jahren nahmen an der Studie von Forschern aus Winston-Salem, North Carolina, teil (Lancet online, 4. April). Alle Patienten hatten eine Blasenstörung bei Myelomeningozele. Eine mögliche Folge: Das Antirefluxsystem der Blase funktioniert nicht richtig, was Ureteren, Nierenbecken und Nieren schädigen kann. Helfen Arzneien nicht, muß operiert werden.

Die Forscher züchteten aus Harnblasen-Biopsien der Patienten im Labor Muskel- und Urothelzellen. Die Zellen wuchsen auf einem blasenförmigen Kollagen-Gerüst. Nach sieben bis acht Wochen wurde das neue Blasengewebe operativ mit der Harnblase der Patienten verbunden.

Alle Patienten hatten nach der Op einen verminderten Druck, eine erhöhte Kapazität und eine bessere Funktion der Blase. Die Ergebnisse zwei bis fünf Jahre nach dem Eingriff seien ähnlich wie sie bei der klassischen Methode mit Darmgewebe zu erwarten wären. Bis zum breiteren Einsatz der Methode seien weitere Studien nötig, so die Forscher.

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