Harnwegs-Infektionen

Harnwegsinfekt - auch Cranberries können helfen

SYDNEY (ob). Der Genuss von Cranberries schützt wohl gegen Harnwegsinfektionen. Das ist das Ergebnis einer Metaanalyse. Allerdings profitieren nicht alle Personen in gleichem Maße von der präventiven Wirkung der roten Beeren.

Veröffentlicht:

Als Fruchtsaft getrunken oder in Tabletten- oder Kapselform eingenommen verringerten Cranberries die jährliche Inzidenz von Infektionen des Harntrakts - insgesamt um 35 Prozent.

Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Analyse von zehn kontrollierten Studien (Cochrane Database Syst Rev 2008, Ausgabe 1). Je nach Subgruppe fiel der Nutzen unterschiedlich aus. Am stärksten profitierten Frauen mit rezidivierenden Harnwegsinfekten von der antientzündlichen Wirkung: Hier belegen die Daten eine signifikante Abnahme der Infektrate um 39 Prozent.

Nicht alle Studienteilnehmer profitierten von den Beeren

Weniger eindrucksvoll sind die Reduktionen bei anderen Personengruppen: Sowohl bei älteren Männern oder Frauen wie auch bei Personen, die einen Harnwegskatheter benötigten, war der Unterschied zugunsten der Infektprophylaxe mit Cranberries nicht signifikant.

Alle Fragen werden durch die neue Analyse nicht beantwortet. So bleibt unklar, welche Menge an Cranberries über welche Zeit konsumiert werden sollten, um die beste Wirkung zu erzielen. In Studien, in denen die Beeren als Fruchtsaft konsumiert wurden, war zudem die Quote der Studienabbrüche hoch. Ein längerfristiger Genuss von Cranberry-Saft scheint an Akzeptanzgrenzen zu stoßen - auch wegen der Kosten.

Die Autoren der Cochrane-Analyse regen deshalb an, in künftigen Studien verstärkt die Cranberry-Pflanzenstoffe in Tabletten- oder Kapselform zu testen.

Zehn Studien mit über 1000 Teilnehmern ausgewertet

Grundlage der Analyse bildeten zehn kontrollierte randomisierte Studien mit insgesamt 1049 Teilnehmern. In sieben Studien wurde Cranberry-Saft verwendet, in vier ein Extrakt in Tabletten- oder Kapselform. Ungeklärt sind auch die Wirkmechanismen. Vermutet wird eine antiadhäsive Wirkung von Pflanzenstoffen in den Beeren. Dadurch werde ein Anheften bestimmter Bakterien an das Epithel von Blase und Harnröhre verhindert.

Weitere Informationen im Internet unter: www.cranberryinstitute.org

Mehr zum Thema

Buch zu Blasenentzündungen

Mehr Infos über das „Herz im Unterleib“

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Claudia Vollbracht, Humanbiologin und medizinische Wissenschaftlerin beim Unternehmen Pascoe

© [M] Privat; Levan / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wie Vitamin-C-Infusionen bei COVID-19 helfen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pascoe
Das sagt die Wissenschaft: Vitamin C und COVID-19

© Maksim Tkachenko / Getty Images / iStock

SARS-CoV-2 und COVID-19

Das sagt die Wissenschaft: Vitamin C und COVID-19

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nachmittags: das schnelle Telegramm. Am Morgen: Ihr individuell zusammengestellter Themenmix.

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Dr. Thomas Fischbach

© Jocelyne Naujoks / ÄKNo

Interview

BVKJ-Präsident Fischbach: Wir erwarten eine klare Perspektive von der STIKO

Ein 15-Jähriger erhält beim Hausarzt seine erste Corona-Impfung. Derzeit empfiehlt die STIKO die Impfung nur für Jugendliche mit bestimmten Vorerkrankungen. (Archivbild)

© Oliver Berg / dpa / picture alliance

Beschlussvorlage

Spahns Ministerium will mehr Impfangebote für Jugendliche

COVID-19-Patienten auf einer Intensivstation (Archivbild): Um die Auslastung der Kliniken besser einschätzen zu können, schlägt die Deutsche Krankenhausgesellschaft einen Indikatorenmix vor, der neben der Inzidenz die Hospitalisierungsrate, Impfquoten und Teststrategien berücksichtigt.

© Waltraud Grubitzsch / dpa / picture alliance

Infektionsgeschehen

DKG legt neues Pandemie-Warnkonzept vor