Herzbericht 2026
Das sind die aktuellen Trends in der Herzmedizin
Welche Entwicklungen gibt es derzeit mit Blick auf kardiovaskuläre Erkrankungen wie KHK oder Herzrhythmusstörungen in Deutschland? Der jetzt in Berlin vorgestellte „Deutsche Herzbericht – Update 2026“ gibt darüber Auskunft.
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Auch 2024 war die Sterblichkeit durch Herzerkrankungen in Deutschland insgesamt erneut leicht rückläufig
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Die gute Nachricht zuerst: Auch 2024 war die Sterblichkeit durch Herzerkrankungen in Deutschland insgesamt erneut leicht rückläufig. Anteil daran hatte nicht zuletzt der deutliche Rückgang bei der Sterblichkeit durch koronare Herzkrankheit (KHK).
Hier gab es gegenüber 2019 innerhalb von fünf Jahren eine relative Abnahme um 11,1 Prozent, berichtete der Kardiologe Professor Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, bei der Präsentation des neuen Deutschen Herzberichts – Update 2026 als „jährliche Standortbestimmung der Herzmedizin“ auf einer Pressekonferenz in Berlin.
Absolut betrachtet sank die Zahl der KHK-Sterbefälle von 119.795 im Jahr 2023 auf 113.473 im Jahr 2024 – ein Rückgang um rund 7 Prozent binnen eines Jahres.
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Nach Einschätzung von Voigtländer ist dieser positive Trend sehr wahrscheinlich eine Folge von Verbesserungen in der Diagnostik und Therapie von Koronarerkrankungen sowie in der kardiovaskulären Prävention etwa durch Lipid- und Blutdrucksenkung.
Auch bei der Sterblichkeit durch andere Herzkrankheiten waren 2024 leichte Abnahmen im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen (siehe nachfolgende Tabelle).
Bei Herzinsuffizienz ging sie um 2,9 Prozent zurück (von 38,2 auf 37,1 Gestorbene pro 100.000 Einwohner), bei Herzrhythmusstörungen um 2,7 Prozent (von 30 auf 29,2 Gestorbene pro 100.000 Einwohner). Bei den Herzklappenerkrankungen gab es eine minimale Abnahme um 0,4 Prozent .
„Fokusthema Volkskrankheit Vorhofflimmern“
Als „Fokusthema“ stand bei der Präsentation des neuen Herzberichts speziell die „Volkskrankheit Vorhofflimmern“ im Blickpunkt. Allein in Deutschland sind davon nach Angaben Voigtländers rund 1,6 Millionen Menschen betroffen.
Wegen Herzrhythmusstörungen mussten laut Herzbericht hierzulande 2024 insgesamt 509.490 Menschen vollstationär behandelt werden, davon allein 360.800 aufgrund von Vorhofflimmern.
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Rasante Zunahme bei Katheterablationen
Der Therapietrend bei dieser häufigen atrialen Arrhythmie ist durch eine stetige Zunahme von Katheterablationen in den letzten Jahren gekennzeichnet.
Bei Ablationen insgesamt lag die Zahl im Jahr 2019 noch bei 69.519 Prozeduren, im Jahr 2024 waren es dann schon 139.941 – eine Zunahme um 101,3 Prozent. Mit Blick auf Vorhofflimmern-Ablationen stieg die Zahl in dieser Zeit von 49.826 auf 88.793 – ein Plus von 78,1 Prozent.
Deutliche Steigerungsraten sind auch in der katheterinterventionellen Behandlung von Herzklappenerkrankungen zu beobachten. So stieg allein die Zahl solcher Eingriffe an der Trikuspidalklappe zwischen 2021 und 2024 um 115 Prozent.
Ablationen und Vorhofohrverschlüsse werden inzwischen bei entsprechender Indikation als Zusatzmaßnahme auch bei herzchirurgischen Eingriffen etwa wegen KHK oder Herzklappenerkrankungen durchgeführt. Im Jahr lag die Zahl der Ablationen bei entsprechenden Herzoperationen bei 4.300.
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Leichter Rückgang bei PCI-Prozeduren
In die entgegengesetzte Richtung ging 2024 der Trend bei perkutanen Koronarinterventionen (PCI), bei koronaren Bypass-Operationen und bei der Implantation kardialer elektrischer Devices (CIED) wie ICD- oder CRT-Systeme. So war die Zahl der PCI-Prozeduren im Jahr 2024 mit 374.485 um 2,6 Prozent niedriger als noch 2019.
Bei koronaren Bypass-Operationen betrug der Rückgang im gleichen Zeitraum sogar 26,4 Prozent. Die Zahl aller CIED-Implantationen ging von 167.991 im Jahr 2019 auf 159.376 im Jahr 2024 zurück.
Nachholbedarf bei Präventionsstrategie
Voigtländer erinnerte abschließend daran, dass eine konsequente Prävention durch Veränderung beeinflussbarer Risikofaktoren „der wichtigste Hebel für eine Prognoseverbesserung“ sei. Leider sei Deutschland diesbezüglich im europäischen Vergleich weit von einem Spitzenplatz entfernt.
In drei von vier Bereichen – Tabak- und Alkoholkonsum sowie Ernährung – rangiere Deutschland auf einem der hinteren Plätze. Nur beim Aspekt körperliche Bewegung reiche es immerhin für einen Platz im unteren Mittelfeld.





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