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Herztransplantation: Mit Statinen sinkt Krebsrisiko

Erhalten Patienten nach einer Herztransplantation eine Behandlung mit Statinen, ist das Krebsrisiko niedriger und die Lebenserwartung höher als ohne Statintherapie, so die Beobachtung von Schweizer Herzmedizinern.

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Herz-Op: Bei Transplantationspatienten könnte das Krebsrisiko womöglich nach einer Statin-Therapie sinken.

Herz-Op: Bei Transplantationspatienten könnte das Krebsrisiko womöglich nach einer Statin-Therapie sinken.

© Holger Hollemann / dpa

BELGRAD (ob). Krebserkrankungen - und hier vor allem Hautkrebs - sind eine häufige Todesursache nach Herztransplantation und vermutlich eine Folge der Immunsuppression.

Statinen werden jenseits ihrer lipidsenkenden Wirkung auch noch andere "pleiotrope" Effekte nachgesagt, darunter auch immunmodulierende Effekte.

Deshalb erschien es einer Gruppe Schweizer Kardiologen am Universitätsspital Zürich (USZ) naheliegend, den Einfluss von Statinen auf das Krebsrisiko und die Gesamtmortalität nach Herztransplantation in einer Studie zu untersuchen.

Darin sind alle 255 Patienten, die zwischen 1985 und 2007 am USZ ein Spenderherz erhalten hatten, einbezogen worden. Die Ergebnisse sind jüngst beim europäischen Herzinsuffizienz-Kongress ("Heart Failure Congress 2012") in Belgrad vorgestellt worden.

Krebsrisiko mit Statinen um 65 Prozent niedriger

Im Zeitraum der Nachbeobachtung trat bei 108 Patienten (42 Prozent) eine maligne Erkrankung auf. Eine Statin-Behandlung war mit einem um 65 Prozent niedrigeren Krebsrisiko assoziiert.

Nach acht Jahren betrug die kumulative Inzidenz von Tumorerkrankungen 13 Prozent mit Statinen und 34 Prozent ohne Statine. Der Unterschied war signifikant.

Der Vorteil zugunsten der Statin-Therapie bei der Krebsinzidenz persistierte sowohl nach zehn Jahren (18 versus 39 Prozent) als auch nach zwölf Jahren (22 versus 42 Prozent).

Die Raten für das krebsfreie Überleben als auch für das Gesamtüberleben waren in der Gruppe mit Statinen jeweils signifikant höher.

Wie eine weitere Analyse ergab, war der beobachtete Nutzen der Statine unabhängig von den Cholesterinspiegeln der Patienten. Die Studienautoren vermuten deshalb, dass immunmodulierende Wirkeigenschaften der Statine den Unterschied ausgemacht haben.

Die Leitlinien der ISHLT (International Society for Heart & Lung Transplantation) empfehlen die Statin-Therapie nach Erhalt eines neuen Herzens, um der Atherosklerose im transplantierten Organ entgegenzuwirken.

Große Interventionsstudien zeigen keinen Effekt

Die jetzt präsentierten Studiendaten liefern möglicherweise ein weiteres Argument, um diese Empfehlung zu stützen.

Die vorliegenden großen Interventionsstudien zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen mit Statinen bieten allerdings im Gegensatz zur aktuellen Studie nach Herztransplantation keine Anhaltspunkte für eine Senkung des Krebsrisikos durch diese Lipidsenker.

Lange Zeit standen Statine sogar in dem Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen. Dieser Verdacht ist durch eine 2010 vorgestellte Metaanalyse der "Cholesterol Treatment Trialists‘ Collaboration" von 26 randomisierten kontrollierten Studien mit rund 170.000 beteiligten Patienten ausgeräumt worden.

In diesen Studien hatten mehr als 10.000 Patienten eine Krebserkrankung entwickelt, von denen über 3500 tödlich verliefen.

Die Analyse ergab gleiche Inzidenzraten für Krebserkrankungen in den Verum- und Placebogruppen und somit keine Erhöhung, aber auch keine Reduktion des Krebsrisikos durch Statine.

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