Olympia-Reise

Höchste Zeit für die reisemedizinische Beratung

Auch viele Menschen aus Deutschland werden zu den Olympischen Spielen in Rio reisen. Die Zeit ist noch günstig, ihnen Präventionsmaßnahmen nahezubringen und empfohlene Impfungen zu verabreichen.

Wolfgang GeisselVon Wolfgang Geissel Veröffentlicht:
Höchste Zeit für die reisemedizinische Beratung

© Tatyana Sokolova / iStock / Thinkstock

Der Ausbruch von Infektionen mit dem Zikvavirus in Brasilien ist kein Grund, die Olympischen Spiele zu verschieben, betont die WHO. Reisende in das Land brauchen aber medizinischen Rat zur Prävention von Zika und anderen Krankheiten. Informationen dazu hat die Weltgesundheitsorganisation zusammenfasst:

Impfungen: Zu erwägen ist nach WHO-Angaben der Schutz gegen Hepatitis A, das Erkrankungsrisiko ist mittelhoch, es besteht zudem eine Gefahr für Ausbrüche. Das Hepatitis-B-Risiko ist hingegen relativ niedrig, so die WHO. Reisende müssen aber vor Risiken wie Tätowierungen oder i.v-Drogengebauch gewarnt werden.

Das Typhus-Risiko ist am höchsten im Norden und Nordosten des Landes einschließlich der Amazonas-Region und Manaus, wo Olympia-Wettkämpfe stattfinden. Das Tollwut-Risiko in den fünf Austragungsorten der Olympischen Spiele ist gering.

Bei Reisen in Regionen mit Gelbfieber-Risiko reicht eine einzelne Impfung aus, die lebenslang schützt. Wer aus Ländern mit Gelbfieber-Ausbrüchen wie Angola oder Kongo kommt, muss bei der Einreise nach Brasilien den Impfschutz nachweisen.

Mückenschutz: Außer Zika- und Gelbfieber-Viren werden unter anderem auch Dengue- und Chikungunya-Viren sowie in der Amazonas-Region auch Malaria-Erreger von Mücken übertragen. Die Prävention von Mückenstichen ist daher in Brasilien besonders wichtig. Hierzu wird möglichst helle körperbedeckende Kleidung empfohlen.

Die WHO rät zudem zu Repellents mit den Wirkstoffen DEET (diethyltoluamide), IR 3535, oder Icaridin. Diese sollten strikt nach Herstelleranweisungen etwa zur Wirkdauer auf unbedeckte Haut und die Kleidung aufgetragen werden. Wichtig: Bei gleichzeitiger Anwendung von Sonnencremes sollten Repellents immer zuletzt aufgetragen werden. Stadtviertel ohne Leitungswasser mit schlechter Hygiene sollten vermieden werden, Fenster und Türen der Unterkünfte sollten Mückengitter haben. Schutz bieten auch klimatisierte Räume, deren kühle Luft Mücken abschreckt und deren Türen und Fenster in der Regel geschlossen sind.

Malaria: Ein Malaria-Risiko besteht nur in der Amazonas-Region. Etwa 15 Prozent der Infektionen werden dabei durch Plasmodium falciparum verursacht. Außer Repellents und Insektizid-behandelten Moskitonetze gegen die nachtaktiven Überträgermücken kann für die Region eine Chemoprophylaxe erwogen werden. Die WHO empfiehlt dazu Atovaquone/Proguanil, Doxycyclin oder Mefloquine (in Deutschland nicht mehr auf dem Markt!). Alternativ kann Reisenden auch ein Präparat zur Notfallmedikation mitgegeben werden.

Zika-Virus: Einziges Mittel zur Prävention ist Mückenschutz. Die meisten Erkrankungen verlaufen mild und heilen folgenlos aus, die Infektion kann zudem auch ganz ohne Symptome verlaufen. Unerkannte Fälle sind aber ein Grund zur Sorge: Denn anders als zum Beispiel bei Malaria und Dengue können Menschen nach einer Infektion das Virus beim Geschlechtsverkehr weitergeben. Eine solche Übertragung hat es dabei auch schon in Deutschland gegeben.

Das Robert Koch-Institut in Berlin appelliert daher an Ärzte, Reisende und vor allem auch werdende Mütter über das Risiko aufzuklären. Gefährlich ist vor allem eine Infektion in der Schwangerschaft, wo Zika-Viren schwere Schäden beim Kind verursachen können. Schwangeren wird daher von Reisen in Endemieländer wie Brasilien generell abgeraten.

Ebenso empfiehlt die WHO allen Männern, nach Aufenthalten in Zika-Ländern acht Wochen nur Sex mit Kondomen zu haben; ist es beim Aufenthalt oder danach zu verdächtigen Symptomen wie Fieber gekommen, sollten Männer sogar ein halbes Jahr "safer sex" praktizieren. Und bei Geschlechtsverkehr mit Schwangeren wird darüber hinaus bis zur Geburt zu Sex mit Kondomen geraten.

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