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Hohe Sterberate bei herzkranken Schwangeren

100-fach erhöhte Sterblichkeit bei herzkranken Schwangeren, 17-prozentige 1-Jahres-Mortalität bei akuter Herzinsuffizienz: Bei der Jahrestagung der European Society of Cardiology (ESC) in Paris wurden erste Ergebnisse der EU-Register-Studien vorgestellt.

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Blutdruckkontrolle während der Schwangerschaft. So lassen sich Herz-Kreislauf-Risiken frühzeitig erkennen.

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© Astroid / fotolia.com

PARIS (MUC/DE). Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie hat sich vorgenommen, neben Leitlinien auch Register aufzulegen. Leitlinien zeigen auf, was getan und was nicht getan werden sollte. Register dokumentieren, was getan und was noch nicht getan wird, betonte ESC-Präsident Professor Michel Komadja aus Paris.

Die ersten Ergebnisse liegen jetzt zum Beispiel vor für Register bei Herzinsuffizienz und bei herzkranken Schwangeren. Die nächsten Projekte sind Register zur Langzeittherapie bei Herzinsuffizienz sowie zur katheterbasierten Herzklappentherapie. Künftige Register sind in der Langzeittherapie von Vorhofflimmern geplant, bei Kardiomyopathie, bei chronischer KHK sowie erneut zur Frage der kardiovaskulären Prävention (EuroAspire IV), berichtete Komadja.

Zu Herzinsuffizienz gibt es jetzt ein Pilot-Register

Bereits abgeschlossen ist das Herzinsuffizienz-Pilot-Register. Teilgenommen hatten 136 kardiologische Zentren in 12 EU-Ländern, die zusammen insgesamt 5118 Patienten eingeschlossen hatten. Darunter waren 1892 Klinikpatienten mit akuter Herzinsuffizienz sowie 3226 ambulante Patienten mit chronischer Herzschwäche. Alle Patienten wurden ein Jahr lang nachverfolgt.

Dabei zeigte sich: Die 1-Jahres-Sterblichkeit derjenigen Patienten mit chronischer Herzschwäche lag mit 6,8 Prozent erfreulich niedrig, diejenige der Patienten mit einer akuten Herzinsuffizienz war mit 16,8 Prozent hingegen erschreckend hoch. In 40 Prozent der Fälle starben die Patienten plötzlich.

Weitere 18 Prozent der Patienten mit akuter Herzschwäche mussten innerhalb eines Jahres erneut ins Krankenhaus aufgenommen werden. Nach Ansicht von Studienautor Professor Aldo Maggioni aus Florenz hat sich die ambulante Versorgungsqualität von chronischen Patienten offenbar weiter gebessert.

Unsicherheiten bestünden aber immer noch über die Leitlinien-gerechte Behandlung von Patienten mit akuter Herzschwäche. Das Fehlen von Endpunktstudien mit positivem Ausgang lenkt offenbar noch zu wenig Interesse auf diese Erkrankung.

Am häufigsten sind Klappenerkrankungen

Herzkrankheiten sind in Europa die häufigste Ursache für mütterliche Sterblichkeit in der Schwangerschaft. Dies untermauern Interimsdaten des ESC-Registers. Dabei dürften die Komplikationsraten noch ein wenig schlechter ausgefallen sein, weil unter den 28 teilnehmenden Ländern Ägypten mit 150 Patientinnen die meisten Fälle zu den bis dato 1300 Schwangeren beigetragen hatte (Deutschland: zirka 80).

Bei 870 der Frauen bestand eine angeborene Herzkrankheit, bei 330 eine Klappenerkrankung, bei 80 eine Kardiomyopathie und bei 24 Frauen lag eine ischämische Herzerkrankung vor.

338 Frauen wurden während der Schwangerschaft hospitalisiert, 203 aus kardialen Ursachen, 130 (10 Prozent) entwickelten eine Herzinsuffizienz. 13 Mütter (1 Prozent) und 59 Feten (4,5 Prozent) starben. Damit war die mütterliche Sterblichkeit um den Faktor 100 und die fetale Sterblichkeit um den Faktor 10 höher als im EU-Durchschnitt.

Die Schwangerschaften dauerten bei den herzkranken Frauen im Schnitt 38 Wochen - normalerweise sind es 40 Wochen. Außerdem wurden sie sehr häufig per Kaiserschnitt beendet (41 Prozent statt 25 Prozent), und die Neugeborenen wogen im Schnitt 3000 Gramm (normal sind 3500 Gramm).

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