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Hohe Zahl von Hanta-Virus-Infektionen

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Die Rötelmaus ist das Reservoirtier des Hanta-Virus. Gibt es viele Bucheckern, gibt es meist auch viele dieser Mäuse – und das Infektionsrisiko für Menschen steigt.

Die Rötelmaus ist das Reservoirtier des Hanta-Virus. Gibt es viele Bucheckern, gibt es meist auch viele dieser Mäuse – und das Infektionsrisiko für Menschen steigt.

© Bernd Wolter /stock.adobe.com

BERLIN. Die Inzidenz der Hanta-Virus-Erkrankung ist in den bekannten Endemiegebieten (beispielsweise Schwäbische Alb, Bayerischer Wald, Unterfranken, Spessart, Münsterland und Region Osnabrück) seit Ende des Vorjahres kontinuierlich und stark angestiegen, berichtet das Robert Koch-Institut (RKI) im aktuellen Epidemiologischen Bulletin 25/2019. Dies sei auch in den Jahren 2007, 2010, 2012, 2015 und 2017 der Fall gewesen.

Zwischen Jahresbeginn und dem 15. Juni 2019 wurden demnach 589 Erkrankungsfälle an das RKI übermittelt. Im bislang stärksten Ausbruchsjahr 2012 waren es im gleichen Zeitraum 1370 übermittelte Fälle gewesen. Sowohl die Alters- und Geschlechterverteilung als auch der Anteil hospitalisierter Fälle entspreche denen früherer Ausbruchsjahre, heißt es im Bulletin.

Insofern sei das Jahr 2019 zwar ein Jahr mit hohen Fallzahlen, stelle im Vergleich mit anderen Ausbruchsjahren jedoch keine Besonderheit dar. Der Erkrankungsgipfel von Hanta-Virus-Ausbrüchen liegt typischerweise im Mai oder Juni. Mit einem baldigen Rückgang der Melde- und Erkrankungszahlen rechnet das RKI daher nicht.

Hohe Infektionszahlen bei guter "Futterlage"

Die jährlichen Meldezahlen für Hanta-Virus-Erkrankungen schwanken regelmäßig sehr stark. Auf Jahre mit sehr geringer Fallzahl wie 2016 folgt ein Ausbruchsjahr (Fallzahl 2017: 1731) und wiederum ein Jahr ohne erhöhte Fallzahlen (2018: 235). Dies wird auf Schwankungen der Rötelmaus-Population, dem Reservoirtier des Hantavirus, und eine unterschiedliche starke Durchseuchung zurückgeführt.

Starke Populationszunahmen werden in der Regel nach Jahren mit starker Buchenmast (Behang der Buchen mit Fruchtkörpern, den Bucheckern) beobachtet. Diese sogenannten Mastjahre gewährleisten ein reichliches Nahrungsangebot und ermöglichen eine überdurchschnittlich erfolgreiche Brutsaison der Rötelmaus.

Zurzeit stehen weder ein Impfstoff noch eine spezifisch gegen den Erreger gerichtete Therapie zur Verfügung. Besonders in Endemiegebieten sollte daher der Kontakt zu Mäusen und deren Ausscheidungen vermieden werden. (eb)

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