Bluthochdruck

Hypertonie - Amlodipin in der Kombitherapie besser als HCT

CHICAGO (ob). Die Mehrzahl der Hypertoniker benötigt für eine gute Blutdruckeinstellung mindestens zwei Antihypertensiva. Das Angebot an Kombinationstherapien ist groß. Auf welche Kombination sollte die Wahl fallen? Eine neue Studie, in der erstmals zwei Fixkombinationen als mögliche Optionen für die initiale Hochdrucktherapie verglichen wurden, bietet hier eine wichtige Entscheidungshilfe.

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Bei Patienten mit Hypertonie hat sich die Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) - sei es mit ACE-Hemmern oder AT1-Rezeptorblockern - als erfolgreiche Behandlungsstrategie bewährt. Mit welchem anderen Antihypertensivum sollte eine RAAS-Blockade im Bedarfsfall kombiniert werden? Betrachtet man den Markt der Blutdrucksenker, so ist das Diuretikum Hydrochlorothiazid (HCT) der mit Abstand häufigste Kombinationspartner. Aber ist der häufigste zugleich der beste Kombinationspartner?

Die der ACCOMPLISH*-Studie zugrundeliegende Studienhypothese zog dies jedenfalls in Zweifel. Denn die Studienplaner gingen davon aus, die Überlegenheit einer Fixkombination aus RAAS-Blocker plus Kalziumantagonist (Benazepril/Amlodipin) über eine Fixkombination aus RAAS-Blocker plus Diuretikum (Benazepril/HCT) unter Beweis stellen zu können. Dieses Beweisziel haben sie auch erreicht: Im Studienkollektiv der knapp 11 500 Hochrisiko-Hypertoniker war die Rate kardiovaskulärer Ereignisse (inklusive "harter" klinischer Endpunkte) am Ende signifikant um 20 Prozent niedriger, wenn die Patienten die Amlodipin-Fixkombination statt der HCT-Fixkombination erhalten hatten.

Rate kardiovaskulärer Ereignisse wurde durch Fixkombi mit Amlodipin signifikant um 20 Prozent gesenkt.

Professor Rainer Düsing aus Bonn wertete dies als ein wichtiges Ergebnis. Denn damit sei deutlich geworden, dass die Fixierung auf das Diuretikum als vermeintlich unverzichtbare Komponente jeglicher antihypertensiver Kombinationstherapie unbegründet ist, betonte der Hypertonie-Experte auf einer Pressekonferenz von Novartis beim ACC-Kardiologenkongress in Chicago.

Die in ACCOMPLISH überlegene Fixkombination aus RAAS-Blocker plus Kalziumantagonist (Benazepril/Amlodipin) ist allerdings in Deutschland nicht auf dem Markt. Verfügbar ist aber das vom Unternehmen Novartis angebotene Präparat Exforge®. Dieses Anfang 2007 eingeführte Produkt, das eine sehr gute blutdrucksenkende Wirkung besitzt, ist derzeit die einzige in Deutschland zugelassene Fixkombination aus Amlodipin plus RAAS-Blocker (Valsartan).

Lässt sich von den ACCOMPLISH-Daten auf diese spezifische Kombination extrapolieren? Düsing hält dies für vertretbar. Nach seiner Einschätzung legen die Ergebnisse mehrerer großer Vergleichsstudien mittlerweile den Schluss nahe, dass sich ACE-Hemmung und AT1-Rezeptorblockade als unterschiedliche Methoden der RAAS-Blockade in ihrer klinischen Wirksamkeit sehr ähnlich sind. Deshalb hält Düsing es für zulässig, die ACCOMPLISH-Daten "auf die RAAS-Blockade zu generalisieren".

ACCOMPLISH* bedeutet: Avoiding Cardiovascular Events through COMbination Therapy in Patients Living with Systolic Hypertension

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