Direkt zum Inhaltsbereich

ICD-Implantation folgt nicht immer den Leitlinien

Eine zu frühzeitig oder nicht symptomadaptiert vorgenommene Defibrillator-Implantation kann schwerwiegende Komplikationen für den Patienten nach sich ziehen.

Veröffentlicht:
Cardioverter-Defibrillator (ICD): Nicht immer folgt die Implantation den Leitlinien.

Cardioverter-Defibrillator (ICD): Nicht immer folgt die Implantation den Leitlinien.

© Medtronic

DURHAM (MUC/ob). Nach Ergebnissen einer in den USA vorgenommenen Studie erfolgt nahezu jede vierte Implantation eines Defibrillators (ICD) zur Prävention des plötzlichen Herztods nicht gemäß den in Leitlinien gegebenen Empfehlungen (JAMA 2011; 305:43).

Immerhin 22,5 Prozent aller untersuchten ICD-Implantationen entsprachen der Analyse zufolge nicht den Empfehlungen der internationalen kardiologischen Fachgesellschaften (American Heart Association, American College of Cardiology, European Society of Cardiology, Heart Rhythm Society).

Eine Arbeitsgruppe um Dr. Sana Al-Khatib von der Duke-Universität in Durham nutzte für diese retrospektive Studie die Datensätze eines US-Registers (National Cardiovascular Data Registry, NCDR).

In diesem Register sind Daten von 111.707 Patienten gespeichert, die zwischen 2006 und Juni 2009 einen Cardioverter-Defibrillator erhalten hatten.

Die Abweichungen von den Leitlinien-Empfehlungen betrafen vor allem Zeitpunkt und Indikation des Eingriffs; so waren in insgesamt 24.861 Fällen die Geräte deutlich zu früh eingepflanzt worden; die Leitlinien sehen einen Abstand von mindestens drei Monaten nach einer Herzinsuffizienz-Diagnose bzw. von 40 Tagen nach einem akuten Myokardinfarkt vor.

3022 Patienten mit Herzinsuffizienz hätten überdies aufgrund ihrer Symptome (NYHA-Klasse 4) gar keinen ICD erhalten dürfen.

Das hatte möglicherweise nachteilige Folgen: Verglichen mit einem Kollektiv, bei dem die ICD-Implantation leitliniengerecht erfolgte, hatten Patienten nach einer nicht leitlinienkonformen ICD-Therapie ein deutlich höheres Risiko, noch in der Klinik zu sterben (0,57 versus 0,18 Prozent) oder nach dem Eingriff Komplikationen zu erleiden (3,23 versus 2,41 Prozent).

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Herzbericht 2026

Das sind die aktuellen Trends in der Herzmedizin

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Komplexe Gemengelage

COVID-Prophylaxe 2.0: Das gilt bei der Abrechnung

Lesetipps
Einsame jüngere Frau

© Photographee.eu / stock.adobe.com

DEGAM-Kongress

Einsamkeit trifft nicht nur Ältere

Eine Frau sitzt mit einer brennenden Zigarette hinter dem Lenkrad ihres Autos.

© Peter Steffen/dpa

DEGAM-Kongress

Wie viele KHK-Patienten rauchen?