Herzrhythmus-Störungen

ICD-Implantation folgt nicht immer den Leitlinien

Eine zu frühzeitig oder nicht symptomadaptiert vorgenommene Defibrillator-Implantation kann schwerwiegende Komplikationen für den Patienten nach sich ziehen.

Veröffentlicht: 24.01.2011, 19:44 Uhr
ICD-Implantation folgt nicht immer den Leitlinien

Cardioverter-Defibrillator (ICD): Nicht immer folgt die Implantation den Leitlinien.

© Medtronic

DURHAM (MUC/ob). Nach Ergebnissen einer in den USA vorgenommenen Studie erfolgt nahezu jede vierte Implantation eines Defibrillators (ICD) zur Prävention des plötzlichen Herztods nicht gemäß den in Leitlinien gegebenen Empfehlungen (JAMA 2011; 305:43).

Immerhin 22,5 Prozent aller untersuchten ICD-Implantationen entsprachen der Analyse zufolge nicht den Empfehlungen der internationalen kardiologischen Fachgesellschaften (American Heart Association, American College of Cardiology, European Society of Cardiology, Heart Rhythm Society).

Eine Arbeitsgruppe um Dr. Sana Al-Khatib von der Duke-Universität in Durham nutzte für diese retrospektive Studie die Datensätze eines US-Registers (National Cardiovascular Data Registry, NCDR).

In diesem Register sind Daten von 111.707 Patienten gespeichert, die zwischen 2006 und Juni 2009 einen Cardioverter-Defibrillator erhalten hatten.

Die Abweichungen von den Leitlinien-Empfehlungen betrafen vor allem Zeitpunkt und Indikation des Eingriffs; so waren in insgesamt 24.861 Fällen die Geräte deutlich zu früh eingepflanzt worden; die Leitlinien sehen einen Abstand von mindestens drei Monaten nach einer Herzinsuffizienz-Diagnose bzw. von 40 Tagen nach einem akuten Myokardinfarkt vor.

3022 Patienten mit Herzinsuffizienz hätten überdies aufgrund ihrer Symptome (NYHA-Klasse 4) gar keinen ICD erhalten dürfen.

Das hatte möglicherweise nachteilige Folgen: Verglichen mit einem Kollektiv, bei dem die ICD-Implantation leitliniengerecht erfolgte, hatten Patienten nach einer nicht leitlinienkonformen ICD-Therapie ein deutlich höheres Risiko, noch in der Klinik zu sterben (0,57 versus 0,18 Prozent) oder nach dem Eingriff Komplikationen zu erleiden (3,23 versus 2,41 Prozent).

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