Direkt zum Inhaltsbereich

IQWiG bestätigt Schutz durch Pioglitazon

KÖLN (grue). Das IQWiG spricht sich in einem ersten Vorbericht zur Nutzenbewertung der Glitazone weder für noch gegen diese Substanzklasse oraler Antidiabetika aus. Für einen Vergleich zu anderen Wirkstoffen seien zu wenig Daten vorhanden. Allerdings gebe es Hinweise, dass Pioglitazon das Risiko für Tod, nicht-tödlichen Herzinfarkt und Schlaganfall verringert.

Veröffentlicht:

Damit würdige der Vorbericht evidenzbasierte Daten zum Nutzen einer Pioglitazon-Therapie, allerdings nicht in ausreichendem Umfang, kritisierte Professor Erland Erdmann aus Köln bei einer Veranstaltung des Unternehmens Takeda in Köln. Das IQWiG habe für seine Bewertung nur fünf Pioglitazon-Studien hinzugezogen, es gebe aber noch weitere Nutzenbelege. Sie weisen für Pioglitazon (Actos®) unter anderem günstige Effekte auf die Nierenfunktion und den Fettstoffwechsel nach.

Positive Effekte sind in der Fachinfo bereits beschrieben.

Als einzige Langzeitstudie wurde die von Erdmann geleitete PROactive-Studie* berücksichtigt, die für Pioglitazon ein verringertes kardiovaskuläres Risiko belegt. In der Studie wurden Hochrisikopatienten mit Typ-2-Diabetes zusätzlich mit 45mg Pioglitazon/Tag oder Placebo behandelt. Ereignisse des primären kombinierten Endpunktes waren bei Pioglitazon nicht signifikant seltener, jedoch waren Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod (sekundärer Endpunkt) signifikant um 16 Prozent reduziert. Re-Infarkte kamen im Vergleich zu Placebo um 28 Prozent seltener vor und die Rate von Reinsulten war nahezu halbiert.

"Eine solche Reduktion makrovaskulärer Ereignisse ist bisher nur für Pioglitazon gezeigt worden", sagte Erdmann. Zwar seien unter Pioglitazon, wie im Bericht erwähnt, mehr Fälle von Herzinsuffizienz aufgetreten, dadurch habe sich aber die Prognose der Patienten nicht verschlechtert. Vielmehr habe die Studie auch nach Auswertung weiterer zusammengesetzter Endpunkte belegt, dass Pioglitazon das kardiovaskuläre Risiko von Diabetikern senkt.

Die Daten seien wesentlich besser als bei anderen Antidiabetika, sagte Erdmann. Näheres zu den positiven Effekten von Pioglitazon sowie zur Verträglichkeit finde sich in der Fachinfo, auf deren Basis die Therapiewahl getroffen werden sollte. Für die Verordner hat der IQWiG-Vorbericht keine rechtliche Konsequenz.

*Prospektive Pioglitazone Clinical Trial in Makrovaskular Events

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Gastbeitrag

Keine Versorgungsgerechtigkeit bei stationärer Diabetes-Behandlung

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
 Abb. 1: Anwendung von Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1,8]

Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

Topische steroidfreie Behandlungsoption bei atopischer Dermatitis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Incyte Biosciences Germany GmbH, München
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Heilung wird nicht gestört

Keine Angst vor Bisphosphonaten bei frischen Frakturen

Allgemeinmediziner gibt Tipps

Ohne MFA läuft wenig: Was beim Impfmanagement wichtig ist

Lesetipps