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Impfen und Pap-Test reduzieren das Krebsrisiko

GRAINAU (wst). Besonders Frauen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern haben ein hohes Risiko für Infektionen mit Krebs auslösenden humanen Papillomaviren. Durch Impfung und konsequente Krebsvorsorge ist die Gefahr, ein Zervix-Karzinom zu entwickeln, allerdings sehr gering.

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Mehreren epidemiologischen Untersuchungen zufolge infizieren sich 50 bis 80 Prozent aller Frauen im Verlauf ihres Lebens im Genitalbereich mit humanen Papillomaviren (HPV) - und die Tendenz ist steigend. Das hat Professor Barbara Schmalfeldt von der Frauenklinik des Klinikums Rechts der Isar der TU-München auf einer Veranstaltung des Unternehmens GlaxoSmithKline in Grainau berichtet. Selbst Frauen, die angeben, konsequent auf Kondomen zu bestehen, infizieren sich nicht selten mit HPV.

Dauerhafter Virusbefall ist Voraussetzung für Krebsgenese

Allerdings: Bei den meisten Frauen verlaufen genitale HPV-Infektionen symptomlos, und die Immunabwehr beseitigt die Viren. Bei etwa zehn Prozent hingegen persistieren die Infektionen, und es können dann Zervix-Dysplasien unterschiedlichen Schweregrades - zervikale intraepitheliale Neoplasien (CIN I-III) - bis hin zu einem Zervix-Karzinom entstehen.

"Ohne eine lokal persistierende Infektion mit onkogenen Papillomaviren gibt es kein Zervix-Karzinom", sagte Schmalfeldt. Suspekte epitheliale Dysplasien ließen sich im Pap-Abstrich (Papanicolaou-Test) jedoch zuverlässig nachweisen, so die Gynäkologin. Und: Nicht mehr reversible Krebsvorstufen könnten durch die Konisation sicher entfernt werden. Gingen alle Frauen - wie es derzeit angeboten wird - ab dem 20. Lebensjahr jährlich zur gynäkologischen Krebsvorsorgeuntersuchung, dürfte es manifeste Zervix-Karzinome kaum mehr geben, so Schmalfeldt. Dass in Deutschland dennoch jährlich immer noch rund 6500 Frauen daran erkranken, sei ein klares Zeichen für eine ungenügende Compliance der Patientinnen.

Zervix-Operation kann Fertilität beeinträchtigen

Allerdings sind auch frühzeitig erkannte Zervix-Veränderungen für die Frauen oft eine erhebliche Belastung, bestätigte die niedergelassene Gynäkologin Dr. Karin Schulze aus München. Denn selbst kleine Eingriffe am Gebärmutterhals könnten die Fertilität beeinträchtigen. Und viele Frauen seien wegen unklarer Befunde oft monatelang in Sorge. Schulze hält es daher für einen großen Fortschritt, dass es mittlerweile eine Impfung gegen die wichtigsten onkogenen Papillomavirus-Typen gibt.



STICHWORT

Humane Papillomaviren

Es gibt humane Papillomaviren vom Hauttyp und solche vom Schleimhauttyp. Papillomaviren vom Hauttyp verursachen Hautwarzen. Klinisch weit größere Probleme verursacht die vorrangig sexuelle Verbreitung der Papillomaviren vom Schleimhauttyp (genitomukosale Viren). Sie können anogenitale Warzen und Neoplasien im Genitalbereich auslösen. Es gibt Viren mit niedrigem Entartungsrisiko (low risk HPV) und solche mit hohem Entartungsrisiko (high risk HPV). Zu letzteren gehören die HPV-Typen 16 und 18. (eb)

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