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Impfung direkt nach Zeckenstich hat meist mehr Vor- als Nachteile

NEU-ISENBURG (eis). Zur Zeit kommen häufiger Patienten wegen eines Zeckenstichs in die Praxis. Können sie bei der Gelegenheit auch gleich gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) geimpft werden? Im Prinzip ja, sagt die Ständige Impfkommission (STIKO). Nutzen und mögliche Nachteile der Impfung müssten aber abgewogen und Patienten darüber aufgeklärt werden.

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Ein Patientenkontakt wegen eines Zeckenstichs ist eine gute Gelegenheit, eine FSME-Impfung zu beginnen oder zu vervollständigen. "Ich persönlich würde deshalb auch direkt nach einem Zeckenstich impfen, sofern sich ein Patient weiterhin in einem Gebiet mit hohem FSME-Risiko aufhält", hat der STIKO-Vorsitzende, Professor Heinz-Josef Schmitt aus Mainz, zur "Ärzte Zeitung" gesagt.

Eine solche postexpositionelle Impfung kann wahrscheinlich eine FSME kaum noch verhindern, wenn bei dem Zeckenstich Viren übertragen worden sind, berichtet die STIKO (Epi Bull 15, 2007, 136). Inwieweit unmittelbar nach der Impfung gebildete Antikörper die Vermehrung der Viren bremsen und die Krankheit abmildern können, ist nicht geklärt.

Ein Nachteil der postexpositionellen Impfung ist, dass die Impfantikörper bei einer Infektion die serologische Diagnostik einer FSME erschweren. Einige Impfexperten raten deshalb dazu, nach einem Zeckenstich vier Wochen mit einer Impfung gegen FSME zu warten.

Das Risiko für einen Impfschaden ist aber offenbar bei Impfung unmittelbar nach einem Zeckenstich nicht erhöht. Nach Angaben der STIKO gibt es keine Hinweise auf negative Auswirkungen der Impfung während einer FSME-Inkubationszeit. Das Risiko einer aktuellen Infektion ist zudem recht klein: Auf 1:300 bis 1:10 000 wird in Risikogebieten, abhängig vom Befall der Tiere, das FSME-Risiko nach Zeckenstich geschätzt.

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