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Inhalieren statt spritzen senkt Angst vor Insulin

DÜSSELDORF (hbr). Die Bereitschaft von Typ-2-Diabetikern, eine Insulintherapie zu beginnen, wird durch inhalierbares Insulin erheblich gesteigert: Jeder zweite greift dann zum Insulin. Wird das Hormon zum Einatmen nicht angeboten, bleiben dagegen viele skeptisch, wie eine Studie ergeben hat.

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Jeder vierte Patient hat Angst vor der Insulintherapie, etwa vor Schmerzen beim Spritzen. Das berichtete Professor Burkhard Göke von der Universität München bei einer Veranstaltung in Düsseldorf.

Eine Befragung von Diabetikern belegt, daß den meisten klar ist, daß Diabetes zu schweren Folgeschäden führen kann. Dennoch hängt die Bewertung einer Insulintherapie stark von eigenen Therapieerfahrungen ab: "Patienten, die schon mit Insulin behandelt werden, akzeptieren diese Therapie", so Göke.

Im Unterschied zu Diabetikern ohne Insulintherapie halten sie eine solche Behandlung nicht für kompliziert. Und betonen, daß es zu Insulin keine Alternative gibt. Mit dem Hormon noch unerfahrene Patienten sehen das anders. Bei ihnen ist auch die Akzeptanz einer Insulin-Therapie geringer.

Die Real World Feasibility-Studie hat jedoch ergeben, daß die Behandlung offenbar deutlich attraktiver wird, wenn auch inhalierbares Insulin verfügbar ist. Dazu wurden oral behandelte Typ-2-Diabetiker mit einem HbA1c-Wert über 8 und ohne Insulinerfahrung befragt.

Diabetiker, die nur zwischen oralen Antidiabetika und Insulininjektionen wählen konnten, entschieden sich nur zu 17 Prozent für Insulin. Stand zusätzlich ein inhalierbares Insulin zur Auswahl, zogen dagegen 50 Prozent die Insulintherapie anderen Behandlungsarten vor.

Das spricht dafür, daß sich mit inhalierbarem Insulin mehr Patienten rechtzeitig für eine Behandlung mit Insulin entscheiden. Allerdings wurden in dieser Studie die Patienten nur befragt, aber keine Therapie tatsächlich verändert, so Göke bei einer Veranstaltung der Stiftung Diabetes-Forschung Deutschland und der "Innovation Foundation Medicine and Health".

In einer neuen Studie wird jetzt ermittelt, wieviel Patienten sich für die neue Therapie mit inhalierbarem Insulin entscheiden, sowie die damit erreichte Stoffwechsel-Einstellung. Ein inhalierbares Insulin wird demnächst erhältlich sein.

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