Direkt zum Inhaltsbereich

Inhaliertes Insulin bessert Blutzucker-Kontrolle

MÜNCHEN (hbr). Bei Typ-2-Diabetikern, deren Stoffwechsel mit oralen Antidiabetika nicht befriedigend eingestellt ist, verbessert inhalierbares Insulin die Blutzucker-Kontrolle. Die Stoffwechselwerte verbessern sich sowohl bei Monotherapie mit dem Insulin als auch in Kombination mit Tabletten, wie eine Studie ergeben hat.

Veröffentlicht:

An der Untersuchung haben 309 Patienten mit Typ-2-Diabetes teilgenommen, wie Professor Werner Scherbaum vom Deutschen Diabetes-Forschungsinstitut berichtet hat. Die Patienten hatten mit zwei oralen Antidiabetika (Metformin und Sulfonylharnstoff) keine zufriedenstellende Blutzucker-Kontrolle mehr erreicht. Sie wurden für die dreimonatige Studie je einer von drei Gruppen zugeordnet: Die erste Patienten-Gruppe wurde weiter mit den oralen Antidiabetika behandelt. Die zweite Patienten-Gruppe inhalierte zusätzlich zu den Mahlzeiten Insulin, und Patienten-Gruppe drei erhielt eine Monotherapie aus inhalierbarem Insulin zum Essen.

In der Gruppe mit unveränderter oraler Therapie verringerte sich der HbA1c-Wert nicht signifikant (von 9,3 auf 9,1 Prozent). Bei den Patienten mit Insulin-Monotherapie sank der HbA1c- Wert von 9,3 auf 7,9 Prozent. Am besten schnitt aber die Gruppe mit inhalierbarem Insulin und Tabletten ab: Sie erreichte eine Reduktion von 9,2 auf 7,3 Prozent, berichtete Scherbaum während des Europäischen Diabeteskongresses in München. Entsprechend schafften in dieser Gruppe auch mit 86 Prozent die meisten Patienten einen HbA1c-Wert von unter acht Prozent. Mit dem inhalierbaren Insulin alleine blieben 56 Prozent darunter, mit den Tabletten nur 19 Prozent, sagte Scherbaum bei einer von Aventis Pharma und Pfizer unterstützten Veranstaltung.

Als effektiv erwies sich das inhalierbare Insulin auch bei bereits insulinbehandelten Typ-2-Diabetikern. Hier wurden zwei Therapieregime mit jeweils sowohl basaler als auch prandialer Insulinkomponente verglichen. Die 298 Teilnehmer dieser Untersuchung wurden zwei Gruppen zugeteilt: Eine Gruppe injizierte einmal täglich das basale Insulin Ultralente und verwendete zu den Mahlzeiten das inhalierbare Insulin. Die zweite Gruppe applizierte zweimal täglich ein Mix-Insulin aus basalem NPH (Neutral Protamin Hagedorn)-Insulin und Normalinsulin.

Mit beiden Therapien wurde der HbA1c-Wert ähnlich gut gesenkt. Überraschend war: Mit dem inhalierbaren Insulin legten die Patienten in den sechs Studienmonaten nicht einmal 500 Gramm zu, im Vergleich zu den Patienten der zweiten Gruppe, die mehr als 1,5 kg zunahmen.

Das inhalierbare Insulin wird zur Zeit von Pfizer und Aventis entwickelt, es ist noch nicht auf dem Markt.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vor weiterführender Diagnostik

Muss ein erhöhter PSA-Wert immer bestätigt werden?

Einschätzung von Kollegen

Wenn die Telefon-AU wegfällt: Was das für den Praxisalltag bedeutet

Mehrere Milliarden Dosen verimpft

Review bestätigt: mRNA-Impfungen sind sicher und wirksam

Lesetipps
Tablets to maintain the correct functioning of the human cardiovascular system on a blue background close-up

© bisonov / stock.adobe.com

Kombi schlägt Monotherapie

Diese Blutdrucksenker werden am besten vertragen