Insulin glargin im Vergleich kostengünstiger

Für die Kosten einer Insulintherapie bei Typ-2-Diabetes ist nicht allein der Preis des Insulins von Bedeutung, wie Ergebnisse einer neuen Studie belegen.

Peter OverbeckVon Peter Overbeck Veröffentlicht:
Auch in der Diabetestherapie wird die Frage nach den Kosten immer häufiger gestellt.

Auch in der Diabetestherapie wird die Frage nach den Kosten immer häufiger gestellt.

© Foto: Bilderbox

Beim Kostenvergleich unterschiedlicher Insulintherapien sollten nicht nur die Preise für die jeweiligen Insuline in Betracht gezogen werden. Zu berücksichtigen sind vielmehr alle mit der Diagnostik und Behandlung bei Diabetikern zusammenhängenden Kosten. Bei entsprechender Betrachtung zeichne sich die Behandlung von Typ-2-Diabetikern mit Insulin glargin durch ein vergleichsweise günstiges Kostenprofil aus, berichtete Dr. Peter K. Schädlich bei einem von Sanofi-Aventis veranstalteten Pressegespräch in Leipzig.

Der Experte für Gesundheitsökonomie beim IGES-Institut in Berlin stützte diese Aussage auf Ergebnisse einer neuen Wirtschaftlichkeitsanalyse seines Hauses. Um Aufschluss über die Inanspruchnahme von Leistungen in der alltäglichen Routineversorgung bei Typ-2-Diabetikern in Deutschland zu gewinnen, haben die IGES-Forscher pseudonymisierte Routinedaten einer großen gesetzlichen Krankenkasse herangezogen. Anhand dieser im Zeitraum eines Jahres (2005) erhobenen Daten wurden die Kostenstrukturen in zwei ansonsten gleichen Patientengruppen ermittelt, die sich nur in einem Punkt unterschieden: Die eine Gruppe der Typ-2-Diabetiker war mit Insulin glargin (Lantus®), die andere mit Insulindetemir (Levemir®) behandelt worden.

Um bestehende Unterschiede zwischen den Gruppen zu bereinigen und "verzerrende" Einflussfaktoren (Confounder) auszuschalten, nutzten die Forscher statistische Matching-Verfahren. Mit deren Hilfe konnten unter den Versicherten schließlich 385 mit Insulin glargin und 382 mit Insulindetemir behandelte Typ-2-Diabetiker ermittelt werden, die vergleichbare Untersuchungsgruppen repräsentierten.

Routinedaten einer Krankenkasse analysiert.

Das Ergebnis des pharmakoökonomischen Vergleichs: In der Glargin-Gruppe waren für alle ambulanten Arzneimittelverordnungen signifikant geringere Kosten angefallen. Pro Patient und Jahr waren es 228 Euro weniger. Mit Blick auf diabetesspezifische Verordnungen (Insuline, orale Antidiabetika) betrug die jährliche Einsparung 305 Euro pro Patient im Vergleich zur Detemir-Gruppe. Die jährlichen Kosten für zusätzliche Behandlungen mit kurzwirkenden Insulinanaloga (- 183 Euro/Patient) und für Blutzucker-Teststreifen (- 75 Euro/Patient) waren in der Glargin-Gruppe im Vergleich ebenfalls signifikant niedriger.

Dies gilt auch für die Kosten, die durch notfallärztliche Leistungen entstanden. Nach Ansicht Schädlichs liefert diese Analyse von Krankenkassen-Routinedaten "relevante Erkenntnisse" zur Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen bei insulinpflichtigen Typ-2-Diabetikern in Deutschland.

Mehr zum Thema

Staatliche Unabhängigkeit in Gefahr?

Diabetesgesellschaft und AWMF besorgt über ÄZQ-Aus

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Weniger Rezidive

Hustenstiller lindert Agitation bei Alzheimer

Lesetipps
Ulrike Elsner

© Rolf Schulten

Interview

vdek-Chefin Elsner: „Es werden munter weiter Lasten auf die GKV verlagert!“

KBV-Chef Dr. Andreas Gassen forderte am Mittwoch beim Gesundheitskongress des Westens unter anderem, die dringend notwendige Entbudgetierung der niedergelassenen Haus- und Fachärzte müsse von einer „intelligenten“ Gebührenordnung flankiert werden.

© WISO/Schmidt-Dominé

Gesundheitskongress des Westens

KBV-Chef Gassen fordert: Vergütungsreform muss die Patienten einbeziehen