Direkt zum Inhaltsbereich

Intervenieren, damit die Knochen heil bleiben!

Mit gesundem Lebensstil und Beseitigung von Stolperfallen können Patienten viel zur Prävention osteoporosebedingter Knochenbrüche beitragen.

Von Simone Reisdorf Veröffentlicht:

Zur Prävention osteoporosebedingter Knochenbrüche gehören außer einer ausreichenden Zufuhr von Kalzium besonders bei älteren Menschen auch eine gute Versorgung mit Vitamin D sowie regelmäßige körperliche Aktivität und die Beseitigung von Stolperfallen im Wohnbereich.

Die Bedeutung von Vitamin D für die Frakturprophylaxe sei bisher unterschätzt worden, so Professor Cornel Christian Sieber vom Klinikum Nürnberg beim Geriatriekongress in Potsdam. Vitamin D erhöht die Resorption von Kalzium aus dem Darm und bessert neuromuskuläre Funktionen wie Muskelkraft und Balance.

Allerdings: "Gerade ältere Menschen können nicht mehr so viel Vitamin D selbst bilden", so der Internist. Auch halten sie sich nicht mehr so häufig im Freien auf und sind daher nicht mehr so oft dem Sonnenlicht ausgesetzt. Auch deshalb kann der Körper nicht mehr so viel Vitamin D produzieren. Experten empfehlen derzeit die Aufnahme von 800 IE Vitamin D täglich.

Eine Studie bei freiwilligen Probanden in der Stadt Nürnberg habe bei 80 Prozent der Getesteten bedenklich niedrige Vitamin-D-Spiegel erbracht, so Sieber bei einer Veranstaltung von Servier. Und dies, obwohl der Test im Spätsommer erfolgte. "In Studien zur Sekundärprophylaxe von Frakturen hat sich zudem gezeigt, dass schon nach sechsmonatiger Vitamin-D-Gabe deutlich weniger Knochenbrüche als unter Placebo auftraten", so Sieber: "Das kann noch kein Effekt des Vitamin D auf die Knochen sein, das ist ein Effekt auf die Muskeln. Der Muskel ist voller Vitamin-D-Rezeptoren." Überhaupt sei der Dualismus von Knochen und Muskeln bedeutsamer als bisher angenommen. "Deshalb sollten ausreichend Eiweiße in der Nahrung enthalten sein", so Sieber. Zusammen mit regelmäßiger Bewegung beuge dies der altersbedingten Sarkopenie vor. Wer dann noch Stolperfallen wie hohe Teppichkanten und mangelnde Beleuchtung beseitige, bei dem sei die Frakturprophylaxe perfekt.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Rasche Mobilisation entscheidend

Fraktur im Alter: An Delir und Osteoporose denken!

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Immuncheckpointhemmer plus Neoantigentherapie

mRNA-Impfung bei Melanomen: Vorboten eines neuen Standards?

Sechs Monate längeres Gesamtüberleben

Daraxonrasib beim Pankreaskarzinom: Besser als die Chemotherapie?

Funktionelle gastrointestinale Störungen

Säuglingskoliken: Wie viel Schreien ist normal?

Lesetipps
Etwa jede zehnte Fledermaus in Deutschland könne mit dem Tollwut-Virus infiziert sein. Damit ist die gefahr der Übertragung zwar gering, jedoch nicht null. In die Hand nehmen sollte man sie deshalb nicht.

© Daria / Stock.adobe.com

Importhunde und Fledermäuse

Tollwut-Risiken in Deutschland – und wie sie sich vermeiden lassen

Füße mit Lymphödem

© [M]_Dr. P. Marazzi / Science Photo Library

Ödem ist nicht gleich Ödem

Lymphödem versus Lipödem: Tipps für Diagnostik und Therapie