Kinder

Ist das dicke Ende abgewendet?

Veröffentlicht:

ULM/JENA. Der Trend zu mehr Speck auf den Rippen scheint bei Kindern gebremst. Das belegen Daten, die Forscher aus Ulm und Jena erneut ausgewertet haben (BMC Medicine 2014; 12: 17).

Bessere Ernährung, mehr Sport: Der eingeschlagene Weg zur Prävention von Übergewicht und Adipositas in Kindergarten und Schule hat womöglich zu ersten Erfolgen geführt.

Denn die Kinder in Deutschland und anderen Industrieländern werden nicht mehr dicker und dicker. Die Genetikerin PD Katrin Kromeyer-Hauschild (Jena) und die pädiatrischen Endokrinologen Dr. Anja Moss und Prof. Martin Wabitsch (Ulm)Seit der Jahrtausendwende hat sich die Prävalenz von Übergewicht bei Kindern einem Plateau genähert.

Teilweise ist sie sogar gesunken. Für Deutschland verweisen die Forscher auf Studien aus den Jahren 2011 und 2012.Seit 2004 ist der Anteil von Kindern mit BMI jenseits der 90. Altersperzentile um drei Prozent gesunken. Er liegt nun zwischen 8,4 Prozent (Sachsen) und 11,9 Prozent (Bremen/Thüringen).

Schwächer ist der Rückgang bei einem BMI oberhalb der 97. Altersperzentile; das Minus betrug hier im Schnitt 1,8 Prozent, mit 3,3 Prozent in Brandenburg und 5,4 Prozent im Saarland.

Mehr Sport, weniger Fernsehen

Der Gesamttrend geht parallel zu den Bemühungen, die Kinder zu mehr Sport und gesünderer Ernährung, weniger Fernsehen und süße Getränke zu bewegen.

Für die drei Wissenschaftler ist das ein Indiz dafür, dass der Erfolg den Präventionsprogrammen geschuldet ist. Anlass zum Jubel sehen sie aber nicht. Denn das erreichte Plateau liege hoch, betont Wabitsch: "Unsere Kinder haben heute doppelt so viel Fettmasse wie in den 80er-Jahren."

Eine Übersicht über die Studienliteratur bestätigt, dass die in Deutschland zu beobachtende Entwicklung auch international Bestand hat - selbst für die USA. "Das hatten wir nicht erwartet", so die Wissenschaftler.

Für die USA beispielsweise hätten Hochrechnungen existiert, die bis zum Jahr 2030 eine Rate von 30 Prozent für Übergewicht von Kindern hätten erwarten lassen. Derzeit stagniert die Quote bei knapp 17 Prozent. (rb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Hohes Residualvolumen

Agonisten von GLP-1 und GIP können Gastroskopie verhindern

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Muskuloskelettale Erkrankungen

Was bringt Kinesiotaping?

Asthma, COPD und Co.

Acht Fehler bei der Inhalationstherapie – und wie es richtig geht

Lesetipps
Ein Kardiologe verwendet einen Schlauch für die Radiofrequenzkatheterablation eines Patienten mit Vorhofflimmern.

© romaset / stock.adobe.com

Nach Katheterablation

Kontrolle von Risikofaktoren schützt vor Vorhofflimmern-Rezidiven

Eine Blutprobe zur Bestimmung von vier kardiovakulären Schlüsselmarkern.

© Henrik Dolle / stock.adobe.com

Verdacht auf Myokardinfarkt

Wenn erhöhte Troponine täuschen und es kein Herzinfarkt ist

Diabetischer Fuß mit Ulkus

© Brauer / stock.adobe.com

Innovative Therapieansätze

Mit Fischhaut gegen den diabetischen Fuß