Mamma-Karzinom

Jährliche Mammografie macht viele Fehler

Eine Mammografie, die einmal pro Jahr gemacht wird, verursacht mehr falsch positive Befunde als dies eine Aufnahme alle zwei Jahre tut. Die Diagnose fortgeschrittener Tumoren wird nicht verbessert.

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Für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren zahlt die Gesetzliche Krankenversicherung die Mammografie - alle zwei Jahre.

Für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren zahlt die Gesetzliche Krankenversicherung die Mammografie - alle zwei Jahre.

© Sven Bähren / Fotolia.com

SEATTLE (mut). Jedes Jahr oder nur alle zwei Jahre die Brust röntgen? Darüber streiten sich noch die Experten. Mit dem jährlichen Screening, so die Hoffnung, lassen sich Tumoren in einem früheren Stadium aufspüren.

Öfter ein falscher Krebsverdacht

In Kauf nehmen müssen Frauen dafür allerdings, dass auch öfter mal ein Krebsverdacht geweckt wird, der sich in der weiteren Diagnostik als falsch erweist.

Die Folge sind viele Zusatzuntersuchungen, mitunter schmerzhafte Biopsien und die Angst, an Krebs erkrankt zu sein.

Ein US-Team aus Seattle hat nun Daten von knapp 170.000 Frauen ausgewertet, die zwischen 1994 und 2006 erstmals an einem Mammografie-Screening teilnahmen.

Die Forscher verglichen dabei über zehn Jahre hinweg die Raten von falsch positiven Befunden und den Anteil der Frauen mit fortgeschrittenem Mammakarzinom bei einjähriger und zweijähriger Mammografie (Ann Intern Med 2011; 155: 481).

61 Prozent Wahrscheinlichkeit für einen falsch positiven Befund

Die Ergebnisse: Die Wahrscheinlichkeit, binnen zehn Jahren mindestens einen falsch positiven Befund zu erhalten, betrug bei jährlichem Screening 61 Prozent, bei zweijährlichem 42 Prozent.

Dabei spielte es keine Rolle, ob die Frauen im Alter von 40 Jahren mit der Mammografie anfingen - wie es viele Experten raten - oder erst ab 50 Jahren, wie es in Deutschland von der GKV bezahlt wird.

Mit der jährlichen Mammografie wurde bei 7 Prozent der Frauen ab 40 Jahren aufgrund falsch positiver Befunde auch eine Biopsie veranlasst, mit zweijährlichem Screening nur bei 4,8 Prozent. Bei Frauen ab 50 Jahren war der Unterschied mit 9,4 versus 6,4 Prozent ähnlich deutlich.

Tumor im späten Stadium lag bei 21,6 Prozent bei jährlichem Screening

Eine Krebsdiagnose wurde bei knapp 4.500 der Frauen gestellt (2,6 Prozent). Von den krebskranken Frauen im Alter von 40 bis 49 Jahren hatten mit jährlichem Screening bei der Diagnose 21,6 Prozent einen Tumor im späten Stadium, mit zweijährlichem Screening 24,6 Prozent, ein Unterschied von 3 Prozentpunkten.

Bei den älteren Frauen lagen diese Werte mit 19,6 Prozent versus 21,9 Prozent ebenfalls etwas auseinander (2,3 Prozentpunkte), allerdings waren die Unterschiede in beiden Altersgruppen nicht signifikant.

Lässt sich daraus schließen, dass eine jährliche Mammografie verglichen mit einer alle zwei Jahre nur mehr Kosten, Ängste und unnötige Zusatzdiagnostik verursacht? Nicht unbedingt. Trotz der großen Zahl von teilnehmenden Frauen war die Zahl solcher mit späten Tumorstadien zu klein, um daraus bei den erfassten geringen Unterschieden Signifikanzen abzuleiten.

Um die Frage zu klären, bräuchte man also noch größere Datenmengen - und damit noch größere Studien, so die Autoren.

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