Je intensiver LDL gesenkt wird, desto weniger Infarkte

STOCKHOLM (ob). Durch intensive Senkung des LDL-Cholesterins lassen sich kardiovaskuläre Ereignisse in deutlich stärkerem Maße reduzieren als durch eine weniger intensive Lipidsenkung.

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Solchen Cholesterin-Plaques beugt LDL-Senkung vor.

Solchen Cholesterin-Plaques beugt LDL-Senkung vor.

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"Definitive Evidenz für einen Zusatznutzen" der intensiven Cholesterinsenkung liefern nach Ansicht von Professor Rory Collins aus Oxford die Daten einer aktualisierten Metaanalyse, die der Lipidexperte beim Europäischen Kardiologenkongress in Stockholm vorgestellt hat.

Diese neue Analyse basiert auf den Ergebnissen von mittlerweile 26 Studien mit rund 170 000 Patienten, in denen jeweils der klinische Nutzen einer Cholesterinsenkung mit Statinen geprüft worden ist. Darunter befinden sich fünf Studien mit rund 40 000 Patienten, in denen eine intensive mit einer weniger intensiven Lipidsenkung verglichen wurde. Wie Collins berichtete, wurde das LDL-Cholesterin durch eine standardmäßige Statintherapie im Schnitt um etwa 40 mg/dl und durch die intensivierte Behandlung um knapp 60 mg/dl gesenkt.

Mit Blick auf nicht-tödliche Myokardinfarkte und koronar bedingte Todesfälle führte die aggressivere Therapie zu einer weiteren signifikanten Reduktion der Ereignisrate um 13 Prozent pro Jahr (1,9 versus 2,2 Prozent). Bezogen auf die Gesamtrate aller schwerwiegenden vaskulären Ereignisse wie Herzinfarkt, ischämischer Schlaganfall oder Revaskularisationen ergab sich als Zusatznutzen der stärkeren Cholesterinsenkung eine weitere Reduktion des relativen Risikos um 15 Prozent (4,5 versus 5,3 Prozent). Pro Reduktion von 1 mmol/l LDL-Cholesterin (rund 39 mg/dl) verringerte sich die jährliche Rate an vaskulären Ereignissen um 22 Prozent - und zwar unabhängig vom LDL-Ausgangswert.

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Kommentare
Dr. Uwe Wolfgang Popert 08.09.201009:35 Uhr

Effekte von Statinen gesichert, andere Therapien und Kombitherapien unsicher

Diese Metaanalyse zeigt anscheinend Zusatzeffekte intensiverer Statintherapie. OK. Das ist nicht ganz neu. Eine Senkung der Herzinfarkthäufigkeit, nicht aber der Gesamtsterblichkeit wurde schon in der Metaanalyse von Cannon et al. gezeigt.

Angesichts geringer bis fehlender nachgewiesener Therapieeffekte bei Fibraten, Nikotinsäure und Ezetrol und fehlenden Belegen für den Zusatznutzen einer Kombinationsbehandlung ist eine reine LDL-Orientierung nach wie vor nicht evidenzbasiert.

Eine Standard-Behandlung von Hochrisiko-Patienten (z.B. nach Herzinfarkten) mit höheren Statindosen bzw. Atorvastatin statt Simvastatin ist möglich und wird in einigen Ländern auch so umgesetzt.

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