Allergien

Jetzt ist es Zeit für spezifische Immuntherapie

NEU-ISENBURG (ikr). Nach der Pollensaison ist vor der Pollensaison: Für Patienten mit Heuschnupfen oder Pollenasthma ist es höchste Zeit für den Start einer Hyposensibilisierung, zumindest gegen Frühblüher wie Hasel und Birke. Allergologen haben gute Argumente für eine spezifische Immuntherapie: Die Symptome werden deutlich und über viele Jahre reduziert. Zudem sinkt das Risiko für Asthma und Sensibilisierung gegen weitere Allergene.

Veröffentlicht: 10.11.2006, 08:00 Uhr

Eine spezifische Immuntherapie (SIT) empfehlen Allergologen vor allem für Patienten, bei denen eine symptomatische Therapie, etwa mit Antihistaminika und Kortikoid-Nasenspray, die Beschwerden nicht ausreichend lindert. "Die bisher am besten untersuchte Methode ist die klassische SIT. Dabei wird der jeweilige Allergenextrakt zunächst mehrmals subkutan in aufsteigender Dosierung bis zur maximal tolerierten Höchstdosis gespritzt", sagte Dr. Gerd Schauerte vom CJD Asthmazentrum Berchtesgaden zur "Ärzte Zeitung". Danach wird in größeren Zeitintervallen drei Jahre lang mit der Maximaldosis behandelt.

Es gebe aber inzwischen auch recht gute Studiendaten zur sublingualen Therapie bei Heuschnupfen, sagte der Allergologe. Schauerte: "Wir bieten eine solche Behandlung vor allem Patienten an, die Angst vor Spritzen haben sowie Patienten, die beruflich stark eingebunden sind, und nicht so häufig den Arzt aufsuchen können."

Damit die Aufdosierungsphase vor Beginn der Pollensaison beendet ist, sollte die klassische SIT schon jetzt beginnen. Auch eine SIT mit verkürzter Aufdosierungsphase sollte bald starten. Schauerte: "So können wir vor Saisonbeginn schon mehrere Maximaldosen des Allergenextraktes verabreichen, und dadurch vielleicht schon in der ersten Saison eine gute Symptomlinderung erzielen." Auch Gräserpollen-Extrakte sollten bereits jetzt - spätestens aber Ende Januar - appliziert werden, so Schauerte.

Infos zu spezifischer Immuntherapie: http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/061-004.htm

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