Direkt zum Inhaltsbereich

Jetzt rasch erkennbar: Depression bei Herzschwäche

Veröffentlicht:
Jetzt rasch erkennbar: Depression bei Herzschwäche.

Jetzt rasch erkennbar: Depression bei Herzschwäche.

© Foto: Klaro

HEIDELBERG (mut). Patienten mit Herzinsuffizienz haben eine schlechte Prognose, wenn sie zudem depressiv sind. Bei diesen Patienten sind eine frühe Diagnose und eine antidepressive Therapie sehr wichtig. Heidelberger Ärzte empfehlen zur Diagnose einen Fragebogen, den die Patienten bequem im Wartezimmer ausfüllen können.

Sind Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen zugleich depressiv, sterben sie deutlich früher an ihrer Herzerkrankung als Patienten ohne Depression. So starben in einer Studie mit über 1000 Herzinsuffizienz-Patienten innerhalb von sechs Monaten ein Drittel mehr, wenn zugleich eine Depression bestand. Bei einer schweren Depression war die Sterberate sogar um über 80 Prozent erhöht (Am Heart J 154, 2007, 102).

Eine frühe Diagnose von Depressionen bei Herzinsuffizienz-Patienten kann sich also lohnen. Allerdings ist die Diagnose nicht ganz einfach: Symptome wie Müdigkeit, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme sind nicht nur bei Depressionen häufig, sie treten oft auch bei Herzinsuffizienz-Patienten auf.

Die Gefahr besteht, dass Ärzte solche Symptome ausschließlich auf die Herzinsuffizienz zurückführen und eine Depression übersehen, berichtet die Diplom-Psychologin Nicole Holzapfel vom Uniklinikum Heidelberg. Sie rät daher, Herzinsuffizienz-Patienten routinemäßig mit einem Frageborgen auf Depressionen zu überprüfen. Einfach sei dies mit dem Depressions-Modul des "Patient Health Questionnaire" (PHQ).

Dieser besteht aus neun Fragen mit maximal 27 Punkten (schwere Depression) und lässt sich von den Patienten in zehn Minuten im Wartezimmer ausfüllen. Zusammen mit Ärzten des Klinikums hat Holzapfel den Fragebogen bei 320 Herzinsuffizienz-Patienten geprüft (Psychosomatics 48, 2007, 112). Das Ergebnis: 29 Prozent der Patienten hatten depressive Symptome (mindestens 9 Punkte im Fragebogen), 19 Prozent hatten eine ausgeprägte Depression (mindestens 11 Punkte) und 13 Prozent hatten Suizidgedanken.

Den Patienten mit einem Punktwert ab 9 wurde eine antidepressive Therapie angeboten. Etwa ein Drittel willigte sofort ein, ein weiteres Drittel war für eine Therapie bereit, sollten sich die Symptome verschlechtern, und etwa ein Drittel lehnte antidepressive Therapie ab.

Den Fragebogen PHQ-D gibt es beim Uniklinikum Heidelberg unter: www.klinikum.uni-heidelberg.de/Materialien-zum-PHQ.6276.0.htmlc11692

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Empfehlungen für die Therapie

So holen Sie Ihre Patienten aus der Post-Stroke-Depression

Das könnte Sie auch interessieren
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
An der Frankfurt School of Finance & Management im Norden der Mainmetropole wird auch in diesem Jahr der Tag der Privatmedizin 2026 ausgerichtet. Die Veranstaltung ist für den 21. November angesetzt. (Archivbild)

© Frankfurt School of Finance & Management

Update

Praxiswissen und Innovation

Privatmedizin: Anregungen für die Praxis in Frankfurt am 21. November

Logo Cardisio

© Cardisio

Cardisio

Cardisiographie mit LVEF-Erkennung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Meist Adenokarzinome

Tipps zur Früherkennung: Warnzeichen für Pankreaskrebs erkennen

AMD-Prävention

Altersabhängige Makuladegeneration: Leitlinie gibt Empfehlungen zum Screening

Lesetipps
Eine Tonsillektomie wird im OP durchgeführt.

© ShvedKristina / stock.adobe.com

Verschiedene Verfahren

Vergleichsstudie: Weniger Schmerzen nach intrakapsulärer Tonsillektomie

Eine Frau zieht einen Kompressionsstrumpf auf ihr rechtes Bein.

© Itana / Stock.adobe.com

Leitlinien-Update

Welcher Kompressionsstrumpf ist der richtige?