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Dermatitis-Kranke

Juckreiz raubt vielen den Schlaf

In Deutschland fühlen sich viele Erwachsene mit Dermatitis nicht ausreichend versorgt, zeigt eine Studie. Am meisten quält das Schlafdefizit wegen Juckreiz. Jeder Dritte kratzt, bis es blutet.

Von Dr. Christine Starostzik Veröffentlicht:
Beurteilung der Dermatitis: Handinnenflächen und Innenseiten der Arme sind besonders oft betroffen.

Beurteilung der Dermatitis: Handinnenflächen und Innenseiten der Arme sind besonders oft betroffen.

© Klaro

HAMBURG. Zur Versorgung bei atopischer Dermatitis sind bundesweit Betroffene und ihre Ärzte in der Querschnittstudie AtopicHealth befragt worden.

Die Patienten gaben Auskunft zu Medikation, Therapieerfolg und Lebensqualität, die Ärzte zum Krankheitsbild. 1678 Fragebögen aus 91 dermatologischen Praxen lagen zur Analyse vor (JEADV 2013; online 5. April).

Der Therapie-Erfolg wurde dabei sowohl an der Verbesserung der Symptome als auch an der Lebensqualität der Patienten gemessen.

Trotz Therapie wenig Linderung

Die Patienten (im Mittel 38 Jahre alt) litten durchschnittlich bereits seit 22 Jahren an ihrer Hauterkrankung. Fast jeder Zweite hatte eine positive Familienanamnese.

Am häufigsten waren die Handinnenflächen sowie die Innenseiten der Arme betroffen.

Bei rund 55 Prozent der Probanden bestand zusätzlich eine Rhinokonjunktivitis, rund 30 Prozent hatten asthmatische Beschwerden und drei Viertel der Teilnehmer hatten mindestens eine Allergie, am häufigsten gegen Pollen, aber auch gegen Haustiere, Hausstaub oder Schimmelpilze.

Als Maß für das Wohlbefinden wurde die visuelle Analogskala EQ-5d-VAS gewählt. Die Patienten erreichten darauf im Mittel nur 63,6 von 100 möglichen Punkten.

Etwa ein Drittel der Patienten verspürte deutliche Einbußen an Lebensqualität durch die Krankheit. Über ein Viertel gaben häufigen starken Juckreiz an, was regelmäßig oder gar jede Nacht zu Schlafstörungen führte.

Stress löst Juckreiz aus

Knapp 36 Prozent gaben an, sie würden oft oder immer kratzen, bis es blutet. Als Auslöser für den Juckreiz oder die Verschlechterung des Hautbildes machten rund 73 Prozent der Patienten ein emotionales Ereignis oder eine Stresssituation verantwortlich.

90 Prozent der Atopiker hatten in den vergangenen fünf Jahren rückfettende, lindernde Substanzen verwendet, 86 Prozent topische Kortikosteroide. 43 Prozent wurden mindestens einmal mit einem topischen Calcineurininhibitor behandelt.

Die Studie zeigt allerdings, dass mit der jeweiligen Behandlung bei 76 Prozent der Patienten nur mäßiger oder gar kein Erfolg erzielt wurde.

Der mittlere PBI (Patient Benefit Index, Maß für die Zufriedenheit mit den Behandlungserfolgen) erreichte einen Wert von nur 2,4 bei 4 möglichen Punkten.

Meist leitlinienkonforme Behandlung

Fazit: In der AtopicHealth-Studie wurde erstmals bundesweit die Versorgung von Erwachsenen mit atopischer Dermatitis untersucht.

Die Ergebnisse sprechen für eine Unterversorgung, obwohl die meisten Patienten leitlinienkonform behandelt wurden.

Die Autoren plädieren daher für eine noch bessere Umsetzung der Empfehlungen sowie die systematische Analyse der Probleme, die im Rahmen der Behandlung auftreten und den Behandlungserfolg stören.

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