Direkt zum Inhaltsbereich

Herzinfarkt

Kardiale Reha bewahrt vor Klinikbett und Grab

Geringere Sterblichkeit und weniger Wiedereinweisungen zur stationären Behandlung - so lautet die Bilanz einer Studie, die sich mit den Effekten von Rehabilitationsmaßnahmen für Patienten nach einem Herzinfarkt beschäftigt hat.

Veröffentlicht:

ROCHESTER. Kardiologen um Shannon Dunlay von der Mayo Clinic in Rochester bedienten sich für ihre Untersuchung der Daten sämtlicher knapp 3000 Patienten, die in Olmsted County - einem Landkreis um den Verwaltungssitz Rochester - zwischen Januar 1987 und September 2010 einen Herzinfarkt erlitten und drei Monate später noch gelebt hatten.

Rund die Hälfte von ihnen (52,2 Prozent) nahmen nach der Entlassung an einem Rehabilitationsprogramm teil. Diese Quote blieb während des Studienzeitraums insgesamt konstant; bei älteren Infarktpatienten nahm sie zu, bei Männern und jüngeren Patienten sank sie (Am J Med 2014; online 19. Februar).

Reha-Teilnehmer waren im Vergleich mit Nicht-Teilnehmern häufiger übergewichtig, Raucher, hyperlipidämisch und in kardiologischer Behandlung. Sie hatten öfter ST-Hebungs-Infarkte erlitten, eine Reperfusion beziehungsweise eine Revaskularisation erhalten und nahmen in größerer Zahl Betablocker und ASS ein.

Nicht-Teilnehmer hatten länger in der Klinik bleiben müssen, mehr begleitende Krankheiten und waren häufiger in Einrichtungen des betreuten Wohnens oder in Pflegeheime entlassen worden.

Diese Unterschiede in den Merkmalen glichen die Forscher im Zuge einer Propensitätsanalyse aus, indem sie Gruppen zusammenstellten, deren Angehörige mit vergleichbarer Wahrscheinlichkeit für Rehabilitationsmaßnahmen infrage kamen.

Nach diesem Ausgleich zeigte sich, dass Reha-Patienten während des Beobachtungszeitraums ein 25 Prozent geringeres Risiko für eine erneute stationäre Behandlung liefen. Wiederaufnahmen aufgrund kardiovaskulärer Beschwerden waren um 20 Prozent, Einweisungen aufgrund nicht-kardiovaskulärer Symptome um 28 Prozent seltener.

Gemessen an den Sterberaten der Patienten, die keine Rehabilitation durchliefen, lag die Mortalität der Reha-Teilnehmer um 42 Prozent niedriger.

"Trotz des klaren Nutzens von Programmen zur kardialen Rehabilitation nach akutem Herzinfarkt werden sie nicht genügend in Anspruch genommen", beklagen Dunlay und Kollegen.

Strategien, die Zahl erneuter stationärer Aufnahmen nach Myokardinfarkten zu vermindern, sollten daher nach Ansicht der Forscher unter anderem darauf abzielen, die Teilnahmeraten an der Rehabilitation zu erhöhen. (rb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

DEGAM-Kongress

Wie viele KHK-Patienten rauchen?

Bei hohem kardiovaskulärem Risiko

Wie sollte nach PCI auf lange Sicht antithrombotisch behandelt werden?

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Therapie mit Glukokortikoiden

Was beim Absetzen von Steroiden zu beachten ist

Lesetipps
Ein Mann muss aufstoßen und hält sich die Hand vor den Mund.

© Andrey Popov / stock.adobe.com

Vier Ursachen im Überblick

Häufiges Aufstoßen: Woher es kommen kann und wie therapiert wird

Eine ältere Frau schaut traurig aus dem Fenster

© terovesalainen / stock.adobe.com

Empfehlungen für die Therapie

So holen Sie Ihre Patienten aus der Post-Stroke-Depression

Ein Mann hält sich den Kopf und verzieht das Gesicht.

© TheSupe87 / stock.adobe.com

Internationale Analyse

Nehmen Schmerzen mit dem Alter wirklich immer weiter zu?