Mehr Patienten mit Bluthochdruck und Diabetes
Herzinfarkte rückläufig, Risikofaktoren steigen: Neue Zahlen aus dem AOK-Gesundheitsatlas
Weniger Herzinfarkte, dafür mehr Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und Bluthochdruck: Der AOK-Gesundheitsatlas zeigt bis auf Landkreisebene, wie häufig welche Erkrankungen in den Regionen Deutschlands sind.
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Bluthochdruck trifft immer mehr Patientinnen und Patienten in Deutschland.
© Christoph Soeder/dpa
Berlin. Die Zahl der Herzinfarkte geht in Deutschland zurück. Gleichzeitig ist die Häufigkeit von Diabetes mellitus Typ 2 und Bluthochdruck gestiegen. Das zeigen Zahlen aus dem Gesundheitsatlas, den das Wissenschaftliche Institut (WIdO) der AOK am Mittwoch veröffentlicht hat. Er macht die aktuellen Entwicklungen für insgesamt 26 Erkrankungen bis auf Landkreis-Ebene transparent.
Nach den aktuellen Ergebnissen wurden in den Krankenhäusern im Jahr 2024 rund 185.400 Herzinfarktfälle dokumentiert. 2017 waren es noch 215.600 Fälle – ein Minus von 14 Prozent.
„Der positive Trend dürfte mit Lebensstiländerungen wie Rauchverzicht und einer verbesserten medizinischen Behandlung der Risikofaktoren für Herzinfarkte zusammenhängen“, sagte Helmut Schröder, Geschäftsführer des WIdO.
Allerdings gebe es eine negative Entwicklung bei Erkrankungen, die als wichtige Risikofaktoren für das Auftreten von Herzinfarkten gelten. So ist der Anteil der Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 an der Gesamtbevölkerung ab 20 Jahren von 10,6 Prozent im Jahr 2017 auf 11,2 Prozent im Jahr 2024 gestiegen (plus 0,6 Prozentpunkte).
Ebenso wuchs die Zahl der Menschen mit Bluthochdruck. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ab 20 Jahren kletterte von 28,8 Prozent im Jahr 2017 auf 29,9 Prozent im Jahr 2024 (plus 1,1 Prozentpunkte).
Unterschiede nach Geschlecht
Der Gesundheitsatlas zeigt, dass es bei den Herzinfarkt-Raten deutliche Geschlechterunterschiede gibt: In allen Altersgruppen sind Herzinfarkte bei Männern deutlich häufiger dokumentiert als bei Frauen. So lag die Herzinfarkt-Rate in der Gruppe der 85- bis 89-Jährigen bei 1.240 je 100.000 Männer, während nur 720 je 100.000 Frauen betroffen waren.
Eine mögliche Erklärung hat das WIdO dafür: Verantwortlich könnten auch Unterschiede in der Art und Intensität der Symptome sein. „Sie führen oft dazu, dass ein Herzinfarkt bei Frauen nicht oder nicht rechtzeitig erkannt wird“, so Helmut Schröder.
Höchste Herzinfarkt-Rate in Thüringen
Die meisten Herzinfarkte ereignen sich in Thüringen. Die Rate liegt dort bei 370 Fällen je 100.000 Personen ab 30 Jahren. In Hamburg beträgt die Rate dagegen nur 270 Fälle je 100.000 Personen ab 30 Jahren, also fast ein Drittel geringer. „Im Vergleich zu 2017 hat sich die Spanne zwischen den Bundesländern allerdings leicht verringert“, so Schröder.
Ein großer Teil der Unterschiede sei auf Alters- und Geschlechtsunterschiede in der jeweiligen Bevölkerung zurückzuführen. Werden diese Unterschiede rechnerisch bereinigt, näherten sich die Werte deutlich an: Die Fallraten je 100.000 Personen liegen dann bei 340 in Thüringen und 300 in Hamburg.
Die Zahlen auf der Website gesundheitsatlas-deutschland.de umfassen 26 Erkrankungen. Sie wurden jetzt aktualisiert und um das Datenjahr 2024 ergänzt. (eb)










