Direkt zum Inhaltsbereich

Karotis-Wände sind bei Diabetikern meist zu dick

FRANKFURT/MAIN (hbr). Typ-2-Diabetiker mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko sollten früh behandelt werden. Die Gefahr wird von vielen Patienten, aber auch von einigen Ärzten unterschätzt.

Veröffentlicht:

Das belegen Daten der KarDias-Studie, die von enercity/BKK Stadtwerke Hannover, dem Mainzer Institut für Klinische Forschung und Entwicklung (IKFE) und Takeda Pharma initiiert wurde. Dabei wurde ermittelt, wie hoch das kardiovaskuläre Risiko bei Diabetikern liegt und wie Patienten und Ärzte dies einschätzen.

82 von 360 eingeladenen Patienten beteiligten sich. Sie waren im Mittel 68 Jahre alt und hatten seit elf Jahren Diabetes. Als Risikoparameter wurde die Intima-Media-Dicke (IMT) der Halsschlagader per Ultraschall gemessen.

Die IMT spiegelt das koronare Risiko wider und korreliert gut mit der Kalzifikation der Koronararterien sowie dem Auftreten von Schlaganfällen, sagte Privatdozent Dr. Thomas Forst vom IKFE. Werte über 0,8 Millimeter sind pathologisch. Außerdem wurden Parameter wie HbA1c, Nüchternglukose, Lipidstatus und Proinsulin ermittelt.

Der mittlere HbA1c war mit 6,9 Prozent gut. Bei den Studienteilnehmern handelte es sich also um gut eingestellte motivierte Patienten, so Forst. Trotzdem war bei 60 Prozent die IMT zu hoch. "Damit haben sie ein klar erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Nur 40 Prozent hatten eine normale IMT und sind als nicht wesentlich gefährdet einzustufen", sagte Forst bei einer Veranstaltung von Takeda Pharma in Frankfurt am Main.

Zugleich verkannten viele Patienten ihre Situation: Zwei Drittel der Patienten mit erhöhter IMT sahen keine besondere Gefahr. Nur einem Drittel war das Risiko bewußt. Die Ärzte bewerteten die Lage realistischer, allerdings unterschätzte ein Drittel die Gefahr.

Als geeignete Skala für das kardiovaskuläre Risiko erwies sich nur der UKPDS-Punktwert: Er bestätigte bei verdickter IMT eine erhöhte Gefahr für KHK und Schlaganfälle. Framingham- und PROCAM-Punktwerte erlaubten keine genauen Aussagen.

Patienten mit erhöhtem Risiko müssen frühzeitig erkannt und behandelt werden, sagte Forst, etwa mit einem Insulinsensitizer. Denn die verringerte Insulinresistenz kann außer besseren Blutzuckerwerten auch vaskuläre Effekte vermitteln.

Das zeigt eine erste sechsmonatige Studie mit Typ-2-Diabetikern, die mit dem Sensitizer Pioglitazon (Actos®) oder dem Sulfonylharnstoff Glimepirid behandelt wurden: Der HbA1c sank in beiden Gruppen ähnlich stark. Die IMT aber ging, zusammen mit der Insulinresistenz, nur in der Pioglitazongruppe zurück.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Early-onset-Diabetes

Jeder zweite junge Erwachsene erreicht Diabetesremission

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„Rettungskiste“ für die Praxis

Chronische Schmerzen: 5 Tipps fürs Patientengespräch

Spurenelemente

Zink und Testosteron: Wann ist eine Substitution sinnvoll?

Lesetipps
5 verschiedene ältere Menschen.

© [M] l.o. © kegfire / stock.adobe.com | l.u. © alexandre zveiger / stock.adobe.com | © m.o. © ramvseb / stock.adobe.com | m.u. © Anton / stock.adobe.com | r. © Africa Studio / stock.adobe.com

5 Beispiele aus der Praxis

Vorhofflimmern: Bei wem muss vor einer Operation die Antikoagulation pausiert werden?