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KOMMENTAR

Kaum Prognosen bei Depression möglich

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Zahlen zur Häufigkeit psychischer Erkrankungen sind mit Vorsicht zu genießen, vor allem bei Depressionen. Denn hier ist der Übergang von einer harmlosen Befindlichkeitsstörung zu einer ernsten Erkrankung oft fließend, und objektive Diagnosekriterien fehlen: Ärzte sind bei der Diagnose ausschließlich auf die Angaben von Patienten oder ihren Angehörigen angewiesen. Wenn jetzt also die Zahl der Depressions-Diagnosen dramatisch steigt, so muss das nicht unbedingt daran liegen, dass es mehr Depressive gibt.

Depressionen sind zum Glück zu einem gesellschaftsfähigen Thema geworden. Patienten trauen sich heute eher, darüber zu reden, und Ärzte sind stärker dafür sensibilisiert als noch vor Jahren. Depressionen werden heute also viel eher erkannt. Ob zudem auch die Zahl der Depressiven steigt, lässt sich nur schwer sagen. Für die inzwischen beliebte These, dass sich Depressionen zu einer neuen Volkskrankheit entwickeln, fehlen schlicht belastbare Daten.

Lesen Sie dazu auch: Depression bald zweithäufigste Erkrankung?

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