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Kommentar – Alzheimer

Kein Licht in Sicht

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Es ist schon erstaunlich, welchen Medienhype eine Arbeit mit Mäusemutanten auslösen kann. Von "Heilmittel gegen Alzheimer" (Focus) ist die Rede, dabei gelingt es nur einigen dementen Mäusen, etwas schneller aus einem Wasserlabyrinth zu fliehen, wenn sie eine Art Antidiabetikum erhalten. Der Ansatz ist nicht einmal neu, Forscher prüfen Antidiabetika sogar schon in klinischen Studien gegen Alzheimer. Der Punkt ist jedoch: In 15 Jahren wurden rund 400 Substanzen gegen Alzheimer getestet, und keine einzige hat das klinische Studienprogramm überlebt. Aktuell hat es Idalopirdin erwischt, auch hier konnte ein Phase-III-Programm keinen Nutzen zeigen. Was Mäusen hilft, hilft noch lange nicht Menschen.

Kein Wunder, dass viele Firmen nach vergeblichen Milliardeninvestitionen das Handtuch schmeißen und ihre Alzheimerforschung einstellen – zuletzt der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer. Dieser Schritt ist wegweisend: Mit althergebrachten Denkmustern wird man Alzheimer nicht Herr. Eine Forschung, die noch immer nach der "magic bullet" sucht, wird auch in Zukunft scheitern, dazu sind die Prozesse zu komplex. Wir müssen Alzheimer neu denken, und dazu braucht es eine neue Generation von Forschern und Unternehmern, sonst werden wir noch lange auf das Licht am Ende des Tunnels warten.

Lesen Sie dazu auch: Misserfolg in Phase III: Serotonin-Rezeptor-Antagonist bringt nichts bei Alzheimer Aktuelle Studie: Diabetesmittel wirkt bei Mäusen mit Alzheimer-Symptomen

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