Kommentar zu psychisch Kranken

Keine Gleichbehandlung

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:

Es ist ein unschöner Verdacht: Psychisch kranke Menschen würden von Ärzten diskriminiert. Anhaltspunkte dafür stammen aus Untersuchungen in Kanada und Australien.

Danach bleiben Diagnostik und Therapie von KHK und Krebs bei Menschen mit psychiatrischen Diagnosen hinter dem sonstigen Standard zurück. Insofern könnte es auch den Ärzten angelastet werden, wenn die Lebenserwartung von psychisch Gesunden und psychisch Kranken immer weiter auseinanderdriftet.

Entlastend wirken aktuelle Registerdaten aus Schweden: Dort erhalten Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen nach einem Herzinfarkt dieselbe Akuttherapie und Sekundärprävention wie psychisch Gesunde - und haben trotzdem schlechtere Überlebenschancen.

Das beweist natürlich nicht, dass die Versorgung andernorts ebenfalls unterschiedslos ist.

Es macht aber klar, dass die miserable Prognose von psychisch kranken Patienten entscheidend von anderen Ursachen abhängt, etwa der Therapieadhärenz oder Psychopharmaka-Nebenwirkungen - und dass psychisch Kranke als internistische Patienten wahrscheinlich mehr brauchen als eine bloße Gleichbehandlung.

Lesen Sie dazu auch: Bei psychisch Kranken: Herzinfarkt ist öfter tödlich

Mehr zum Thema

Antwort auf parlamentarische Anfrage

Regierung plant keine höhere Tabaksteuer

Ungesunder Alkoholkonsum

Steife Leber, hohes Risiko für Leberversagen und Tod

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Charlotte Kleen

© Babett Ehrt/ Lichtbildwerkstatt

Porträt

Wie Charlotte Kleen Medizin in ihrer ganzen Breite kennenlernt

Mit 71 Patienten und Patientinnen konnte eine Per-Protokoll-Analyse durchgeführt werden. Diese zeigte, dass ASS den Leberfettanteil absolut um 5,9 Prozent reduziert hatte, nach Scheinbehandlung war er dagegen um 4,7 Prozent gestiegen.

© monticellllo / stock.adobe.com

Phase-II-Studie

Taugt ASS zur Behandlung der metabolischen Fettleber?

Mädchen geht chemischen Experimenten in einem Klassenzimmer nach, die Haare stehen ihr zu Berge.

© Andrey Kiselev / stock.adobe.com

Inkretinmimetika

GLP-1: Wie aus dem kleinen Hormon ein Rockstar wird