Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar zur Beschneidungsstudie

Keine Krebsprävention!

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:

Dass bei Männern die Beschneidung dazu beiträgt, das Risiko für sexuell übertragbare Krankheiten zu verringern, ist allein aufgrund der biologischen Folgen des Eingriffs plausibel und muss inzwischen nicht mehr in aufwändigen randomisierten Studien bestätigt werden.

Weniger traumatisch ist allerdings der konsequente Kondomgebrauch. Immer wieder gibt es Untersuchungen, in denen jedoch rein rechnerisch ein Zusammenhang mit einem verringerten Risiko, an einem Prostatakarzinom zu erkranken, beobachtet wird, wie jetzt in einer kanadischen Fall-Kontroll-Studie mit Männern im Alter zwischen 40 und 80. Manche Wissenschaftler vermuten, dass unter anderem aufgrund der selteneren Infektionen dieses Krebsrisiko gesenkt wird.

Ein Beweis dafür steht bis heute aus, sodass es unredlich ist, Beschneidung als Mittel der Prostata-Ca-Prävention zu propagieren und das dann auch noch als weiteres Argument für den Eingriff bei Jungen wenige Tage nach der Geburt zu benutzen.

Wenn es nicht wie zum Beispiel bei einer Phimose zur Vermeidung stets wiederkehrender Infektionen medizinisch indiziert ist, sollte man den Penis intakt lassen - und nicht die Schutzfunktion des Präputiums mit dem chirurgischen Messer beschneiden.

Lesen Sie dazu auch: Prostata: Seltener Krebs nach Beschneidung

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 15.04.201415:56 Uhr

Irreführung der Öffentlichkeit in Medizin und Medien!

Die Behauptungen aus dem "Centre INRS–Institut Armand-Frappie Université du Québec, Laval, Québec, Canada" sind so n i c h t zutreffend:

• Circumcision Can Prevent Prostate Cancer If Performed Under The Age Of 35 »
• La circoncision réduirait les risques de cancer »
• La circoncision pourrait lutter contre le cancer de la prostate »
• Can circumcision after age 35 prevent prostate cancer? »

wird mit englischen und französischen "Kernthesen" irreführenderweise behauptet.

Das Ergebnis der vorliegenden Studie "Circumcision and prostate cancer: a population-based case-control study in Montreal, Canada" von Andrea R. Spence1, Marie-Claude Rousseau1, Pierre I. Karakiewicz und Marie-Élise Parent unter
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/bju.12741/pdf

nachzulesen, ergibt k e i n e n statistisch signifikanten Unterschied zwischen beschnittenen und unbeschnittenen Männern, was die Entwicklung eines Prostatakarzinoms angeht ["Results: Circumcised men had a slightly lower risk, albeit not statistically significant, of developing PCa than uncircumcised men (OR 0.89, 95% CI 0.76-1.04)"]. Das sind die Fakten.


Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Herzbericht 2026

Das sind die aktuellen Trends in der Herzmedizin

Personalisierte mRNA-Therapien

Verheißungsvolle RNA-Krebsimpfstoffe: Wo steht die Forschung gerade?

ASS und P2Y12-Inhibitoren

So geht die Plättchenhemmer-Therapie in der Praxis!

Lesetipps
Eine Ärztin tropft Allergielösung auf den präparierten Unterarm einer Patientin für den Pricktest.

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Steigende Prävalenz

Allergiediagnostik: Dos und Don’ts für die Hausarztpraxis