Malaria

Kleine Schritte auf dem Weg zum Impfstoff

US-Forscher haben einen kleinen, aber wichtigen Schritt zu einer Impfung gegen Malaria gemacht.

Veröffentlicht:
Mücke: Gegen Malaria machen immer mehr Impfstoff-Kandidaten von sich Reden.

Mücke: Gegen Malaria machen immer mehr Impfstoff-Kandidaten von sich Reden.

© yxowert / fotolia.com

BETHESDA. US-Forscher sind einer möglichen Vakzine gegen Malaria näher gekommen. In einer Phase-I-Studie konnten sie sowohl Sicherheit als auch eine gewisse Wirksamkeit gegen Plasmodium falciparum ermitteln.

Allerdings werden viele weitere Studien nötig sein, um die Ergebnisse zu bestätigen. Denn die Studiengruppe war zu klein, um valide Aussagen treffen zu können.

Außerdem war die Studie weder randomisiert noch verblindet (Open-Label), der primäre Endpunkt war die Sicherheit, die Effektivität der Impfung nur sekundärer Endpunkt (Science 2013; online 8. August).

Mehr Antikörper bei höchster Impfdosis

57 gesunde Erwachsene im Alter von 18 bis 45 Jahren, die noch nie an Malaria erkrankt waren, hatten die Forscher unter Federführung des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten (NIAID) auf zwei Gruppen aufgeteilt: 40 erhielten die experimentelle Malaria-Vakzine PfSPZ des Herstellers Sanaria, 17 dienten als Kontrollgruppe.

PfSPZ enthält Sporozoiten von P. falciparum, die biochemisch gehemmt wurden. Die Probanden mit Verum erhielten zwischen zwei bis sechs Impfungen mit zunehmender Dosierung. Nebenwirkungen traten nicht auf.

Patienten mit der höchsten Impfdosis bildeten mehr Antikörper und mehr spezifische T-Zellen gegen P. falciparum als Patienten mit der niedrigsten Impfdosis.

Drei Wochen nach der Impfung mussten sich die Probanden jeweils fünf Mal von Mücken stechen lassen, die die Erreger trugen. Anschließend wurden sie sieben Tage ambulant überwacht und dann klinisch aufgenommen zur Beobachtung und Behandlung der Malaria-Erkrankung.

Zur Erinnerung: Die Inkubationszeit beträgt wegen der Leberpassage bis zu zwölf Tage. Von den 15 Patienten, die die höchsten Impfdosen erhalten hatten, entwickelten nur 3 eine Malaria, in der Niedrigdosisgruppe waren es 16 von 17, in der Kontrollgruppe 11 von 12 Probanden (20 vs. 94 und 92 Prozent).

Erster Kandidat gegen Malaria

Die Studienautoren zeigen sich von ihrem Test überzeugt: "Aus Sporozoiten können also prinzipiell Malaria-Impfstoffe entwickelt werden, die einen hohen Schutz bieten können", sagte der Erstautor der Studie, Dr. Robert Seder, Chef der Abteilung Zellimmunologie am NIAID.

Der jetzt in den USA getestet Impfstoff ist nicht der erste Kandidat gegen Malaria. Zahlreiche andere Forschergruppen suchen bereits seit einigen Jahren nach Wegen, einer Infektion durch die Parasiten mit einem trainierten Immunsystem vorzubeugen.

Der Hersteller GlaxoSmithKline etwa arbeitet an einer Spaltvakzine gegen P. falciparum. Das Präparat RTS,S soll eine Immunantwort gegen das Protein CS-P trainieren. CS-P wird von den Plasmodien exprimiert, während sie die Leberpassage durchlaufen. (nös)

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