Direkt zum Inhaltsbereich

Kleines Einmaleins der Malaria-Prophylaxe

Wer in ein Malariagebiet fahren will, muß sich vor der Krankheit schützen. Malaria tropica ist eine potentiell tödliche Krankheit. Werden die Patienten nicht behandelt, sterben 15 bis 20 Prozent. Eine Impfung gibt es noch nicht, es kommt also auf gute Prophylaxe an.

Veröffentlicht:

Schutz vor Malaria ist ein wichtiges Thema in der Beratung vor Fernreisen. Eine konsequente Chemoprophylaxe hält die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) nur für nötig, wenn die Reise nach West- und Ostafrika, in den größten Teil Indiens, nach Papua-Neuguinea, auf die Salomoninseln und in einige Gebiete Südamerikas und Südostasiens geht.

Empfohlen werden Mefloquin, die Kombination aus Atovaquon und Proguanil sowie Doxycyclin. Die DTG sieht die drei Mittel als gleichwertig an. Nur für die thailändischen Regionen Trat und Tak ist Mefloquin wegen der Resistenzen nicht mehr geeignet. Wer dorthin fährt, braucht das Kombi-Präparat oder das Antibiotikum. Reisende müssen aber darauf hingewiesen werden, daß Doxycyclin in Deutschland nicht für die Indikation Malaria zugelassen ist.

In allen anderen Malaria-Gebieten reicht es, wenn Reisende ein Präparat zur Stand-by-Therapie dabei haben. Wann sie es nehmen sollen, muß ihnen genau eingeschärft werden. "Jedes unklare Fieber in den Tropen ist so lange verdächtig auf Malaria, bis das Gegenteil bewiesen ist", betont die DTG. Tritt also Fieber auf und liegt die Einreise in das Malaria-Gebiet mehr als sechs Tage zurück, dann sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Nur wenn innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der verdächtigen Symptome kein Arzt erreichbar ist, kann eine Selbstbehandlung gemacht werden. Dazu werden ebenfalls Mefloquin und die Atovaquon-Proguanil-Kombination empfohlen, gleichwertig ist die fixe Kombination aus Artemether und Lumefantrin. Geeignet sind auch Doxycyclin und in Mittelamerika Chloroquin. Bei chronisch Kranken sollte man Kontraindikationen und Wechselwirkungen beachten, bevor man ein Malaria-Mittel verschreibt. (ug)

Infos über Risikogebiete und die empfohlene Prophylaxe gibt es auf der Website der DTG: www.dtg-mwn.de. Aktuelle Meldungen zusätzlich bringen regelmäßig das Centrum für Reisemedizin (www.crm.de) und TravelMED (www.travelmed.de)

Mehr zum Thema

Sie fragen – Experten antworten

Tollwut-Impfung: Bei wem zahlt die Krankenkasse?

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sechs Monate längeres Gesamtüberleben

Daraxonrasib beim Pankreaskarzinom: Besser als die Chemotherapie?

Medikalisierung und Desinformation

Wie Social Media elterliche Entscheidungen prägt

Lesetipps
Tollwut-Impfung: Bei wem zahlt die Krankenkasse?

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Tollwut-Impfung: Bei wem zahlt die Krankenkasse?

Harnwegsinfekt bei einem Mann

© anut21ng Stock / stock.adobe.com

Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie

Neue Klassifikation von Harnwegsinfektionen räumt mit Missverständnissen auf