Direkt zum Inhaltsbereich

Kommission will Embryonen-Adoption zulassen

MAINZ (fst). Die Bioethik-Kommission des Landes Rheinland-Pfalz hat in einem Gutachten die Lockerung der gesetzlichen Vorgaben in der Fortpflanzungsmedizin und in der Stammzellforschung empfohlen.

Veröffentlicht:

Die 15köpfige Kommission - darunter Ärzte, Juristen und Moraltheologen - unter Vorsitz des rheinland-pfälzischen Justizministers Herbert Mertin (FDP) plädiert in ihrem Bericht für ein umfassendes Fortpflanzungs- und Stammzell-Gesetz. Die Reproduktionsmedizin habe seit Verabschiedung des Embryonenschutz-Gesetzes im Jahr 1990 eine "kaum absehbare Entwicklung genommen".

Aufgehoben werden sollte nach dem Willen des Gremiums die gesetzliche Verpflichtung, daß bei der künstlichen Befruchtung alle - bisher maximal drei - erzeugten Embryonen in die Gebärmutter transferiert werden müssen. Diese Regelung erhöhe das Risiko der Mehrlingsschwangerschaften, sagte Mertin zur Begründung. In diesem Fall würden sogenannte überzählige Embryonen entstehen. Die Kommission empfiehlt, die Adoption von Embryonen zuzulassen, die nicht der genetischen Mutter übertragen wurden.

Anders als der Gesetzgeber bewertet die Kommission den Schutzanspruch des pränidativen Embryos. Ihm billigen die Experten nur ein "abgeschwächtes Schutzniveau" im Vergleich zum geborenen Leben zu. Konkret fordern sie, die Forschung an humanen embryonalen Stammzellen ohne einschränkende Stichtagsregelung zuzulassen, um "neue Heilungschancen für Patienten zuzulassen", so Mertin.

Bislang ist diese Forschung verboten und nur ausnahmsweise bei Stammzell-Linien erlaubt, die vor dem 1. Januar 2002 hergestellt worden sind.

Die Vorschläge sind beim CDU-Bundesabgeordneten Hubert Hüppe auf harsche Kritik gestoßen. Die Kommission erliege der "gleichen Wundergläubigkeit, die den Starkult um den Klonforscher Woo Suk Hwang ermöglicht hat", so Hüppe.

Mehr zum Thema

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sprechende Medizin

4 Tipps: So können Sie den Placebo-Effekt für die Therapie nutzen

Psychologische Interventionen

Sprechende Medizin: 10 Schritte bei chronischen Schmerzen

Lesetipps
Ein Läufer, der sein Knie mit blauem Tape versorgt hat.

© baranq - stock.adobe.com

Muskuloskelettale Erkrankungen

Was bringt Kinesiotaping?