Konsequente Therapie kommt bei Osteoporose spät

HAAR (wst). Jede dritte Frau und jeder sechste Mann jenseits des 50. Lebensjahres hat nach aktuellen Analysen eine Osteoporose. Vor der ersten Fraktur wird die Erkrankung jedoch nur selten diagnostiziert, kritisieren Experten.

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Zumindest Patienten, bei denen die Diagnose etwa aufgrund von Wirbelfrakturen bereits gestellt ist, sollten eine Therapie bekommen, um weitere Frakturen optimal zu verhindern.

In Deutschland erhalten 90 Prozent aller Osteoporose-Patienten eine schmerzlindernde Therapie. Hingegen werden Therapien, damit es gar nicht erst zu Frakturen und den damit verbundenen Schmerzen kommt, nur sehr sparsam angewendet. Das belege der aktuelle nationale Versorgungsbericht, sagte Dr. Jutta Semler aus Berlin bei einer Veranstaltung des Unternehmens MSD in Haar.

Obwohl gemäß den aktuellen nationalen und internationalen Leitlinien praktisch jeder Osteoporose-Patient zumindest eine Basistherapie mit Kalzium und Vitamin D braucht, komme diese Minimalversorgung nur 17 Prozent der Betroffenen zugute. Und Bisphosphonate, deren Nutzen für die Fraktur-Prophylaxe inzwischen eindrucksvoll nachgewiesen ist, bekommen nach den Studiendaten gar nur zehn Prozent der deutschen Osteoporose-Patienten.

Spätestens wenn der erste Wirbel gebrochen ist, müsse alles getan werden, weitere Brüche zu verhindern, appellierte Semler an die niedergelassenen Kollegen. Denn das Risiko für weitere Frakturen sei nach dem ersten Bruch sehr hoch. Der Verzicht auf eindeutig wirksame Therapie-Optionen sei bei solchen Patienten ein klarer Verstoß gegen die Vorgaben des Sozialgesetzbuches, betonte die Osteoporose-Spezialistin.

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