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Kontroverse um den Nutzen alternativer Krebstherapien

CELLE/HANNOVER (dpa). Die Schulmedizin sollte sich nach Ansicht der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr mehr für alternative Therapie-Methoden öffnen. Biologische oder sanfte Therapien für krebskranke Menschen würden von vielen Ärzten oft gar nicht zur Kenntnis genommen.

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Darauf wies der Ärztliche Direktor der Organisation, Dr. György Irmey, beim Kongreß der Gesellschaft in Celle hin. Niedergelassene Ärzte seien aber meist aufgeschlossener als Kliniker. Die Deutsche Krebsgesellschaft kritisierte dagegen, bei alternativen Methoden fehlen noch zu oft wissenschaftliche Nachweise für die Wirksamkeit.

"Es wird viel behauptet, was einfach nicht stimmt", sagte der Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft Professor Peter Drings. Alternative Methoden seien eigentlich unnötig, weil wir Methoden brauchen, die bewiesen sind. Zu Mistel-Präparaten etwa, die unter anderem bei Krebserkrankungen verwendet werden, gebe es bislang keine Studie, die die Wirksamkeit eindeutig belege, sagte der Schulmediziner Drings.

Irmey sagte dagegen: "Auch vieles, was die konventionelle Medizin macht, ist im Experimentierstadium". Mit pflanzlichen Präparaten und sanften Therapien könne die Lebensqualität Krebskranker verbessert werden.

Die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr ist etwa von den Vorteilen der Misteltherapie überzeugt, bei der unerwünschte Wirkungen von Chemo- und Strahlentherapie gelindert werden sollen. "Mindestens zwei Drittel aller Krebskranken in Deutschland nehmen solche Präparate ein", sagte Irmey. Dennoch sei die Qualität der Studien dazu oft mangelhaft, teilte die Organisation zugleich mit.

Die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr, die bis zum vergangenen Sonntag in Celle getagt hat, hat nach eigenen Angaben etwa 20 000 Mitglieder. Darunter sind etwa 19 000 Patienten und 1000 Ärzte. Nach Ansicht von Drings von der Deutschen Krebsgesellschaft ist das Interesse von Krebskranken an alternativen Therapien verständlich.

"Die Patienten greifen nach etwas, was ihnen als Strohhalm dargestellt wird." Bei den meisten Ärzten, die so genannte sanfte oder biologische Methoden anwendeten, stehe das Motiv zu helfen, im Vordergrund, sagte Drings.

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