Krebsmediziner in Magdeburg nutzen MRT ohne Röhre

MAGDEBURG (gvg). Ärzte der Universität Magdeburg machen mikrotherapeutische Eingriffe bei Patienten mit soliden Tumoren jetzt unter MRT-Kontrolle. Möglich wird das durch ein neuartiges Gerät, das ohne geschlossene Röhre auskommt.

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Mikrotherapien kommen derzeit vor allem bei Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen zum Einsatz, etwa beim metastasierten Kolonkarzinom oder beim hepatozellulären Karzinom mit multiplen Leberherden. Hier kann Tumorgewebe mittels Radiofrequenzapplikation oder auch per nuklearmedizinischer Brachytherapie durch eine gezielt eingebrachte Sonde zerstört werden.

"Um die Sonden zu platzieren, haben wir bisher Ultraschall oder CT genutzt", erläuterte Professor Jens Ricke von der Klinik für Radiologie. Beides ist nicht optimal: Der Ultraschall ist wenig standardisierbar und stark von den individuellen Schallbedingungen abhängig. Bei der CT-Durchleuchtung werden Patient und nicht zuletzt Personal relativ hohen Strahlendosen ausgesetzt.

Mittels MRT können diese Probleme gelöst werden: "Wir sehen den Tumor sehr viel besser, was natürlich auch der Qualität der Eingriffe zugute kommt, die nun bei vielen Tumoren sehr viel gezielter erfolgen können", so Ricke.

Ganz einfach war die Sache freilich nicht: Nötig war ein offenes MRT-System, bei dem die Ärzte für die minimal-invasiven Eingriffe seitlich an den Patienten heran treten können. Mit der klassischen MRT-Röhre geht das nicht. In Magdeburg wird nun das "Panorama" genannte Hochfeld-MRT-Gerät von Philips genutzt, das ein Magnetfeld der Feldstärke 1 Tesla aufbaut. Mit den beiden Hälften, die den Patienten von oben und unten, nicht aber von der Seite bedecken, erinnert es eher an eine Sonnenbank als an einen klassischen Tomografen.

Weitere Informationen auf den Webseiten der Universität Magdeburg: www.med.uni-magdeburg.de/fme/zrad/kdr/index.htm

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