Hautkrebs / Melanom

Krebsraten in Westeuropa sind gesunken

BRÜSSEL (dpa). Die Krebsraten in Nord- und Westeuropa sinken einer umfassenden Studie zufolge bei fast allen Tumorarten. Ein wesentlicher Grund ist der Rückgang des Rauchens bei Männern. Eine Ausnahme bilden dagegen Tumoren, die durch Übergewicht gefördert werden, wie Darmkrebs.

Veröffentlicht:

Zu diesem Ergebnis kommt die Europäische Krebsorganisation ECCO, die Daten zu 17 Krebsarten in 21 europäischen Ländern ausgewertet hatte. Sie verglich Zahlen vom Beginn der 1990er Jahre mit denen vom Beginn der 2000er Jahre. Die Überlebensrate ist bei den meisten Krebsarten demnach in ganz Europa aufgrund der besseren Diagnose und Therapie gestiegen.

Bronchoskopie zum Auschluss eines Tumors.

Bronchoskopie zum Auschluss eines Tumors.

© Foto: Grzegorz Kwolek@www.fotolia.de

Der größte Erfolg beim Lungenkrebs ist in den vergangen zehn Jahren der Rückgang des Rauchens bei Männern gewesen, wie die Autoren schreiben. Es sei zu hoffen, dass die Frauen diesem Trend folgten, denn bei ihnen steige die Krebsrate. Bei Lungenkrebs sei die Überlebenschance noch gering, so dass in Deutschland auch die Sterberate bei Frauen durch Lungenkrebs steige. Für Deutschland wurde das Krebsregister des Saarlands verwendet (Eur J Cancer 44, 2008, 1341).

Positiv habe sich die in vielen Ländern eingeführte Vorsorgeuntersuchung für Brust-, Prostata- und Hautkrebs ausgewirkt. So steige durch das Erkennen schon kleiner Tumore zwar die Brustkrebsrate in den meisten Ländern, zugleich gebe es aber weniger Todesfälle und eine höhere Überlebensrate. In Deutschland sei die Brustkrebsrate von 1994 bis 2005 stabil geblieben. Das neue Brustkrebsscreening in Deutschland floss noch nicht in die Studie ein.

Auch die Magenkrebsrate sei in Deutschland und europaweit gesunken, vor allem durch die Eradikation von Helicobacter pylori, aber auch durch den Verzehr frischerer Lebensmittel und Rauchverzicht.

Die Hautkrebsrate in Deutschland stagnierte bei Männern, bei Frauen ist sie gestiegen. Die Überlebensrate verbesserte sich bei beiden Geschlechtern. Die Prostatakrebsrate steigt in Deutschland und den meisten Ländern an. Die Autoren führen das auf die vermehrte Nutzung des PSA-Tests zurück, der auch ruhende Tumoren erkennt, so dass die Krebs- und die Überlebensrate zusätzlich künstlich steigen.

Das könnte Sie auch interessieren
Management tumorassoziierter VTE

© Leo Pharma GmbH

CME-Fortbildung

Management tumorassoziierter VTE

Anzeige | Leo Pharma GmbH
CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

© Leo Pharma GmbH

Empfehlungen

CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

Anzeige | Leo Pharma GmbH
Die Ära der Immunonkologie: bessere Chancen für Krebspatienten

© Bristol-Myers Squibb

Immunonkologie mit dem Schwerpunkt Biomarker

Die Ära der Immunonkologie: bessere Chancen für Krebspatienten

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Prädiktion in der Immunonkologie mit Biomarkern

© Alpha Tauri 3D Graphics / shutterstock

Immunonkologie mit dem Schwerpunkt Biomarker

Prädiktion in der Immunonkologie mit Biomarkern

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
OH-Ton – Trifft den Ton in der Onkologie & Hämatologie

© Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA

CAR-T-Zelltherapie

OH-Ton – Trifft den Ton in der Onkologie & Hämatologie

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
In vielen Einrichtungen längst gefordert, das Einhalten der 3G-Regel. MEDI setzt sich dafür ein, dass auch Arztpraxen außerhalb von Notfällen die 3G-Regel anwenden können, in vielen Kliniken sei dies schon üblich.

© Sebastian Gollnow / dpa

Corona-Pandemie

MEDI fordert 3G in der Arztpraxis

Medizinstudent Heiner Averbeck.

© Porträt: Lukas Zähring | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag“-Podcast

Haben Sie nach Ihrem Medizinstudium noch Lust auf Arzt, Herr Averbeck?

Impfung gegen Corona: Aufgrund aktueller Studiendaten rät das Kompetenznetz MS (KKNMS) bei allen MS-Patienten unabhängig von ihrer Immuntherapie zu einer COVID-19-Impfung.

© fotoak80 / stock.adobe.com

Aktuelle Studien

Corona-Impfung für Patienten mit Multipler Sklerose sicher