Legionellosen gibt es auch öfter in Hausarztpraxen

WIESBADEN (eis). Legionellen sind bei Patienten mit ambulant erworbenen Pneumonien häufiger als bisher gedacht. Bei leichteren Erkrankungen ist aber eine spezielle Antibiose nicht wichtig. Der Legionellen-Schnelltest ist daher in Hausarztpraxen nicht sinnvoll.

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Legionellen sind bei ambulant behandelten Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie (CAP) ähnlich häufig wie bei CAP-Patienten in der Klinik. Das haben Daten von 2503 Patienten aus dem CAPNETZ ergeben, die Professor Santiago Ewig aus Bochum vorgestellt hat.

Etwa zwei Drittel der Patienten waren stationär und ein Drittel ambulant behandelt worden, wie Ewig beim Internisten-Kongress in Wiesbaden berichtet hat. Bei 3,8 Prozent der Patienten in der Klinik und bei 3,7 Prozent mit ambulanter Therapie wurden Legionellen als Erreger identifiziert. Hochgerechnet auf Deutschland sei aufgrund der Daten mit 15 000 bis 30 000 Legionellen-Pneumonien pro Jahr zu rechnen, so Ewig.

Die Patienten mit ambulant behandelter Legionellose waren in der Studie im Vergleich deutlich jünger und hatten weniger Komorbiditäten. Etwa 75 Prozent von ihnen bekamen ein empfohlenes Antibiotikum gegen Legionellen: parenterales Erythromycin, hochdosiertes Fluorchinolon oder ein neueres parenterales Makrolid. 24 Prozent der ambulant behandelten Patienten erhielten jedoch eine andere Therapie, ohne dass dies die Prognose verschlechtert habe, so Ewig.

Todesfälle gab es nicht. Eine Abklärung bei leichter Pneumonie in der Hausarztpraxis sei daher überflüssig. Anders in der Klinik: Bei mittelschweren bis schweren Pneumonien durch Legionellen ist die Sterberate erhöht: Im CAPNETZ betrug sie 12,8 Prozent im Vergleich zu 9,7 Prozent bei anderen Erregern. Bei solchen Pneumonien sollte daher auf Legionellen abgeklärt und gezielt behandelt werden, empfiehlt Ewig.

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