Direkt zum Inhaltsbereich

Losartan-Metabolit reduziert Diabetes-Risiko

Veröffentlicht:
Auch Zusatzeffekte von Antihypertensiva sind beim Arzt-Patienten-Gespräch in der Praxis ein Thema.

Auch Zusatzeffekte von Antihypertensiva sind beim Arzt-Patienten-Gespräch in der Praxis ein Thema.

© Foto: Klaro

BOCHUM (Rö). Angiotensin-II-Hemmer senken bekanntlich nicht nur den Blutdruck. Sie haben Zusatzeffekte, die die Prognose verbessern. Ein Beispiel: Bei dieser Therapie gibt es weniger Diabetes-Neukrankungen als bei anderen Blutdrucksenkern.

"Die LIFE×-Studie hat alles angekur- belt", hat Professor Ulrich Kintscher von der Charite Universitätsmedizin bei einem Symposium von MSD in Bochum gesagt. Er erinnerte beim Kongress der Hochduckliga daran, dass in der Studie mit 9193 Hypertonikern mit Losartan (Lorzaar®) im Vergleich zu Atenolol 25 Prozent weniger Diabetes-Neuerkrankungen vorgekommen waren. Absolut waren es in 4,8 Jahren mit dem Sartan 13 Neuerkrankungen pro 1000 Personen-Jahre, mit Atenolol jedoch 18 pro 1000 Personen-Jahre. Zunächst sei hier und da argumentiert worden, dass eventuell nicht Losartan das Diabetes-Risiko vermindere, sondern Atenolol es erhöhe. Mittlerweile sind Mechanismen aufgeklärt, wie manche AT-II-Blocker das Risiko für einen Diabetes vermindern. Diese Substanzen aktivieren PPAR-gamma genannte Transkriptionsfaktoren (Peroxisom Proliferator Aktivierter Rezeptor), die an der Regelung des Zucker- und des Lipidstoffwechsels beteiligt sind.

Der Pharmakologe hat die Zusammenhänge für Losartan aufgeklärt. Er hat bewiesen, dass das Sartan selbst kein PPAR-gamma-Aktivator ist, wohl aber ein aktiver Metabolit, EXP3179 genannt. In ihrer Potenz liegt diese Substanz dabei zwischen der von Telmisartan und Irbesartan.

Wie überzeugend die Datenlage für den protektiven Effekt von Sartanen ist, belegt eine neue Meta-Analyse zu Diabetes-Neuerkrankungen bei Antihypertensiva. Wird die Rate bei Diuretika gleich eins gesetzt, ergibt sich zu den Betablockern mit 0,9 ein kleiner Unterschied. Bei Placebo liegt der Faktor mit 0,77 niedriger. Bei Calcium-Antagonisten ist das Risiko mit 0,75 auf Placebo-Niveau. Günstig schneiden ACE-Hemmer mit 0,67 und vor allem Sartane mit 0,57 ab.

×LIFE: Losartan Intervention For Endpoint reduction in hypertension

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Diabetes mellitus

Zusatznutzten für Teplizumab nicht quantifizierbar

Diabetische Retinopathie

Auch seltene, milde Hypoglykämien gefährden die Netzhaut

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

Kasuistik

Der Fall eines Patienten mit MODY-Diabetes nach längerer Remission

Lesetipps
Ultraschallsonde in einer Hand, zum Einsatz bereit

© Boris Kaulin / 2011 Photos.com

Zentrale Änderungen im Überblick

Aktualisierter GOÄ-Entwurf: Neue Leistungen, Umbewertungen und Bürokratieabbau