Europa

Luftschadstoffe kosten 400.000 das Leben

Die Europäische Umweltagentur hat ihren Jahresbericht zur Luftqualität veröffentlicht. Demnach führt die Luftverschmutzung weiterhin jährlich zu hunderttausenden vorzeitigen Todesfällen.

Von Anne BäurleAnne Bäurle Veröffentlicht: 16.10.2019, 15:27 Uhr

Kopenhagen. In vielen Ländern Europas werden die WHO-Richtwerte zur Luftqualität nicht erfüllt. Das geht aus dem Air Quality Report 2019 hervor, den die Europäische Umweltagentur EEA am Mittwoch veröffentlicht hat.

Dem Bericht zufolge starben in Europa im Jahr 2016 geschätzt 412 000 Menschen vorzeitig, weil sie PM 2.5-Partikeln ausgesetzt waren, also Feinstaubpartikeln mit einem Durchmesser von 2,5 μm, die bis in die Alveolen gelangen.

Auch die Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) und bodennahem Ozon (O3) in der Luft führt demnach zu vorzeitigen Todesfällen: 2016 starben in Europa 71 000 Menschen wegen der hohen NO2-Belastung und 15 100 wegen der hohen O3-Belastung.

EEA: Überlappungseffekte beachten

Die EEA berichtet von insgesamt etwa 400 000 vorzeitigen Todesfällen und weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Zahlen der Schadstoffe nicht addiert werden können, da es bei der Betrachtung der Auswirkungen der einzelnen Schadstoffe zu Überlappungseffekten kommt.

Im Einzelnen listet die Umweltagentur auf, dass im Jahr 2017 bei den PM 2.5-Luftpartikeln 69 Prozent der Messstationen Werte oberhalb der WHO-Empfehlungen („longterm Air quality guideline“) ergeben hätten. Betroffen seien 25 von 28 EU-Ländern, nur Estland, Finnland und Norwegen erfüllten dem Bericht zufolge die Richtlinien.

Im Bezug auf die PM 10-Luftpartikel hätten 51 Prozent der Messstationen zu hohe Werte gemessen, auch hier waren 25 von 28 Länder betroffen. Auch auf die NO2- und O3-Werte geht die Umweltagentur in ihrem Bericht gesondert ein: Zu hohe Ozonwerte meldeten demnach 20 Prozent der Messstationen. Diese verteilten sich auf 17 der 28 EU-Staaten.

Zu hohe Stickstoffdioxid-Werte wurden an 10 Prozent der Messstationen gemessen, hier waren 16 der 28 EU-Länder betroffen. (bae)

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