Männer sind Vorsorgemuffel und gefährden so ihr Gehirn

NIZZA (mut). Männer sind bekanntlich Vorsorgemuffel: Haben sie keine Beschwerden, meiden sie den Arzt. Das führt offenbar auch dazu, dass sie früher einen Schlaganfall bekommen als Frauen. Denn Risikofaktoren wie Hypertonie und Diabetes werden bei ihnen oft erst nach der Apoplexie diagnostiziert.

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Männer sind oft wenig einsichtig, wenn es um die Vorsorge geht.

Männer sind oft wenig einsichtig, wenn es um die Vorsorge geht.

© Foto: PhotoDisc

Nach Angaben der Deutschen Schlaganfall Hilfe bekommen Männer im Schnitt fünf Jahre früher den ersten Schlaganfall als Frauen, nämlich bereits mit 70 Jahren. Eine mögliche Erklärung dafür liefern jetzt Daten, die beim europäischen Neurologenkongress ENS in Nizza vorgestellt worden sind: Danach wissen viele der betroffenen Männer nicht, dass sie gefährdet sind - offenbar, weil sie schon lange nicht mehr bei einem Arzt waren.

In einer Studie mit knapp 1700 Schlaganfall-Patienten hatten spanische Ärzte festgestellt, dass 9,6 Prozent der betroffenen Männer eine Hypertonie hatten, von der sie bislang nichts wussten. Bei den Frauen lag der Anteil nur bei 4,5 Prozent. Auch erhielten 4,4 Prozent der Männer, die wegen eines Schlaganfalls in die Klinik kamen, erst dort die Diagnose Diabetes mellitus. Bei den Frauen waren es nur 1,5 Prozent, die bisher nichts von ihrem Diabetes wussten.

Heidelberger Forscher sehen das alte Rollenbild als Hemmschuh für eine bessere Gesundheitsvorsorge bei Männern. "Das Ideal des Mannes, der stark zu sein hat wie eine Eiche ist nur sehr schwer veränderbar" so die Geschlechter-Forscherin Professor Monika Sieverding.

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