Mäuseembryonen speziell zur Stammzell-Forschung geklont

CAMBRIDGE (ple). US-Forscher haben einen Weg gefunden, Stammzellen durch Klonen herzustellen, ohne daß sich der Klon zu einem Lebewesen entwickeln kann: Er ist nicht in der Lage, sich in die Gebärmutter einzunisten. Das weltweit kritisierte reproduktive Klonen von Menschen wäre mit dieser Methode nicht möglich.

Veröffentlicht:

Bereits im Frühjahr hatte Professor Rudolf Jaenisch aus Cambridge in Massachusetts beim Internisten-Kongreß in Wiesbaden angekündigt, daß an diesem Konzept intensiv geforscht werde.

Jetzt berichtet er mit seinem Kollegen Dr. Alexander Meissner in "Nature"-Online, daß das Verfahren zumindest bei Mäusen tatsächlich funktioniert. Für das Klonen verwendeten sie einen Zellkern, dem das Cdx2-Gen fehlt: Folge ist, daß sich der für die Einnistung des geklonten Embryos erforderliche Trophoblast nicht entwickelt.

Unbehelligt bleibt dagegen die Entwicklung embryonaler Stammzellen, denen das fehlende Gen dann problemlos eingepflanzt werden kann. Jaenisch und Meissner betonen, daß diese Methode kein Ersatz für das bisher genutzte Klonverfahren sei, sondern nur eine Variante, die zudem eine zusätzliche Manipulation des verwendeten Zellkerns erforderlich macht.

Ebenfalls in "Nature"-Online berichtet eine zweite Forschergruppe über die Herstellung embryonaler Stammzellen aus einer Embryozelle, ohne den frühen Embryo zerstören zu müssen.

Die Gruppe um Dr. Robert Lanza aus Worcester in Massachusetts verwendeten dazu jeweils eine einzige Zelle, die einem Maus-Embryo im Acht-Zell-Stadium entnommen wurde. Eine solche Zellentnahme wird auch bei der - in Deutschland nicht erlaubten - Präimplantations-Diagnostik vorgenommen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Klonforscher in der Zwickmühle

Mehr zum Thema

Noch keine in vivo-Daten

Bakterielle Enzyme wandeln Blutgruppen A und B in 0 um

DNA

Genschere CRISPR/Cas bald noch breiter einsetzbar?

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Referentenentwurf

Lauterbachs Klinikreform: Lob von den Uniklinika und Prügel aus den Ländern

Gastbeitrag zur Kardioonkologie

Herzinsuffizienz zieht Komorbiditäten an

Lesetipps
Eine warme Beleuchtung sorgt im Empfangsbereich für eine angenehme Atmosphäre.

© Javier De La Torre / Westend61 / picture alliance

Praxiseinrichtung

Licht an! Die richtige Beleuchtung in der Arztpraxis