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Magnetimpulse schalten Migräne ab

NEW YORK (mut). Eine einfache physikalische Methode befreit Migräne-Patienten mit Aura offenbar ebenso gut von Migräneschmerzen wie Medikamente - und das praktisch ohne Nebenwirkungen.

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Die transkrankielle Magnetstimulation scheint bei Migräne erfolgversprechend zu sein. © fred goldstein / fotolia.com

Die transkrankielle Magnetstimulation scheint bei Migräne erfolgversprechend zu sein. © fred goldstein / fotolia.com

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Inzwischen gibt es einige Hinweise aus kleineren Studien, dass die transkranielle Magnetstimulation (TMS) auch bei bestimmten Migräneformen wirkt. Allerdings sind TMS-Geräte meist sehr groß und unhandlich, so dass eine Behandlung nur in einer entsprechend ausgerüsteten Praxis erfolgen kann - für Patienten mit Migräne-Attacken nicht gerade eine verlockende Option. Mit einem neuen, noch nicht erhältlichen, tragbaren TMS-Gerät ist auch eine Therapie zuhause sofort bei Beginn der Attacken möglich - und dies offenbar äußerst erfolgreich. So gelang in einer Studie einem Großteil der Migräne-Patienten, die Schmerzen rasch zu lindern, berichten US-Neurologen online in "Lancet Neurology".

In der Studie erhielten 201 Patienten mit Aura-Migräne ein tragbares, etwa 1,5 kg schweres TMS-Gerät, das sie sich bei Beginn einer Attacke an den Hinterkopf halten und einschalten sollten. Bei der Hälfte der Patienten war das Gerät jedoch nicht funktionsfähig (Scheinstimulation). Die Patienten durften die Geräte drei Monate lang benutzen und mussten den Erfolg der Therapie notieren. Das Ergebnis: 39 Prozent der Anwender mit funktionierendem Gerät wurden innerhalb von zwei Stunden schmerzfrei, 22 Prozent waren es mit Scheinstimulation. Und 24 Stunden nach Beginn der Attacke waren fast doppelt so viele Patienten mit TMS durchgehend schmerzfrei wie mit Scheinstimulation (29 versus 16 Prozent), ebenso nach 48 Stunden (27 versus 13 Prozent). Dabei traten mit TMS nicht häufiger Nebenwirkungen auf wie mit der Geräte-Attrappe.

Als Ursache der Aura-Migräne wird eine sich langsam ausbreitende Depolarisation der Hirnrinde vermutet, die fokal beginnt. Mit der TMS lässt sich die Ausbreitung der Depolarisation offenbar bremsen oder stoppen - der Erfolg der Methode bestätigt somit indirekt die Depolarisations-Hypothese.

In einem Kommentar zur Publikation bezeichnet der Kopfschmerzexperte Professor Hans-Christoph Diener aus Essen die Studie als wichtigen Schritt gerade für Aura-Patienten, bei denen eine Triptan-Therapie nicht möglich oder ineffektiv ist. Da offenbar auch bei Migräne-Patienten ohne Aura ein Depolarisations-Mechanismus von Bedeutung ist, sollte die TMS auch bei solchen Patienten geprüft werden, schreibt Diener.

Die Daten der Studie selbst sind übrigens nicht neu: Sie wurden bereits 2008 auf einem US-Kongress vorgestellt (wir berichteten).

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