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Makrophagen im Fettgewebe

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Die sehr enge Verknüpfung zwischen endokrinologischen Vorgängen, metabolischen Störungen und dem Immunsystem rückt immer stärker in den Fokus der Forschung.

Von Peter Leiner

WIESBADEN. Seit einiger Zeit ist bekannt, dass Leptin im Fettgewebe einen stimulierenden Effekt auf Zellen des Immunsystems hat, und zwar auf T-Zellen.

Viszerales Fettgewebe reguliert über die Ausschüttung von Adipokinen - also Leptin, Adiponektin, Visfatin und Resistin - Entzündungsvorgänge etwa bei Morbus Crohn.

Aber warum schüttet das Fettgewebe die Adipokine überhaupt aus? Welche Stimulanzien setzen die Sezernierung in Gang?

Man kann sich bei Morbus Crohn vorstellen, dass Bakterien aus dem Darm in das Fettgewebe gelangen und dadurch Adipokine freigesetzt werden, wie es bei der Vorstellung des Sonderforschungsbereichs (SFB) 633 beim Internistenkongress hieß.

Aber dann müssten Präadipozyten und Adipozyten sich über Rezeptoren des angeborenen Immunsystems aktivieren lassen. Professor Britta Siegmund von der Charité in Berlin konnte dies in den vergangenen Jahren tatsächlich belegen.

Im Fokus: Signalwege im Fettgewebe

Beim Morbus Crohn könnte also der Übergang von Bakterien ins Fettgewebe der Beginn der Entzündung sein.

Andere Wissenschaftler konnten inzwischen bei Adipositas und Diabetes zeigen, dass auch andere Substanzen im Fettgewebe Signalwege aktivieren, die Entzündungsreaktionen anstoßen, zum Beispiel freie Fettsäuren, die Adipozyten aktivieren.

Weitere Substanzen sind inzwischen entdeckt worden, die das Inflammasom des angeborenen Immunsystems aktivieren, das ist ein Proteinkomplex in Zellen wie Makrophagen.

In der Folge kommt es über mehrere Zwischenstufen zu Entzündungsreaktionen. Zu den Substanzen zählen ADP, Glukose und Hyaluronsäure.

Erstmals sei damit eine extrem enge Verknüpfung zwischen der Endokrinologie, metabolischen Störungen und dem Immunsystem aufgedeckt worden. "Ich glaube, das ist eine Verbindung, die in den nächsten Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen wird", so Siegmund.

Gibt es wie bei Mäusen auch bei Menschen eine bakterielle Translokation, also das Eindringen von lebenden Bakterien aus dem Darm in das viszerale Fettgewebe?

Französische Forscher berichteten Anfang des Jahres, dass Patienten mit Immunerkrankungen im Vergleich zu Gesunden eine deutlich vermehrte bakterielle Translokation aufweisen.

Fett - protektiv

Siegmund: "Die Daten zeigen aber auch, dass auch auf natürliche Weise Bakterien den Weg ins mesenteriale Fettgewebe finden, auch bei Gesunden. Das ist etwas, was vielen von uns bislang nicht klar war."

Bei Adipositas oder anderen entzündlichen Erkrankungen schon mit geringen Barrierestörungen ist also unter Umständen eine bakterielle Translokation möglich. Aber was passiert, wenn durch die Bakterien das Fettgewebe stimuliert wird?

"Wir sehen es so, dass das Fettgewebe eher eine protektive Wirkung hat", so Siegmund. Denn Makrophagen im Fettgewebe können die Bakterien eliminieren.

Und: Auch Präadipozyten sind in der Lage, pathogene Agenzien zu phagozytieren und so effektiv die Keime zu beseitigen.

Bei Crohn-Patienten enthält mesenteriales Fettgewebe sehr viele Makrophagen, vor allem vom Typ M2. Dieses lokale Milieu ist durch die Produktion von Adipokinen im Fettgewebe geprägt. Genau das unterstreiche den protektiven Charakter des Fettgewebes, so Siegmund.

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