Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar

Mehr als eine Naturwissenschaft

Angela MisslbeckVon Angela Misslbeck Veröffentlicht:

Frauen und Männer sind verschieden. Das ist banal. Aber in der Medizin findet diese Banalität bislang erstaunlich wenig Beachtung. Die größte europäische Uniklinik Charité Berlin hat entdeckt, dass es sich lohnt, dem kleinen Unterschied mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Sie hat deshalb ein Institute for Sex and Gender in Medicine eingerichtet.

In den Geisteswissenschaften sind Geschlechterunterschiede schon seit eh und je ein Thema. In die Medizin sickern sie nur langsam ein. Aber sie tun es. Das zeigt dreierlei: Zum einen ist die Medizin keine reine Naturwissenschaft. Wenn sie Geschlechterunterschiede nicht berücksichtigt, bleiben ihr wichtige Erkenntnisse vorenthalten. Zum anderen tat sich die Medizin aber lange schwer damit, dass sie nicht nur Naturwissenschaft ist.

Sonst hätte die Sex- und Gender-Forschung früher Einzug gehalten. Dass sie es nun langsam tut, markiert zum dritten aber auch eine historische Wende: Im 21. Jahrhundert ist das naturwissenschaftliche Fundament der Medizin so unbestritten, dass sich die Disziplin, die an der Charité auch gern zu den Humanwissenschaft gezählt wird, ohne Gefahr wieder ihrer geisteswissenschaftlichen Wurzeln besinnen kann. Davon profitieren alle: Frauen und Männer.

Lesen Sie dazu auch: Kleiner Unterschied spielt noch keine große Rolle

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Liste der Berufskrankheiten erweitert

Parkinson-Syndrom durch Pestizid-Einsatz gilt nun als Berufskrankheit

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Für wenige Hundert Euro im Jahr

Warum Ärzte über eine Cyberversicherung nachdenken sollten

Expertenkonsens

Von Pemphigus bis SJS: Was tun gegen die Blasen im Mund?

Lesetipps
An Asian senior man’s hand relax on the bed side while sleeping

© Reagan Liew Zhi Sin / Getty Images / iStock

Pflichten, Abrechnung und Angehörigenwünsche

Worauf es bei der ärztlichen Leichenschau ankommt

Nahaufnahme wie ein Dermatologe die Muttermale des Patienten mit einem Dermatoskop untersucht.

© Andrej Zhernovoj / stock.adobe.com

Vergleich mit Dermatologen

Künstlich intelligente Melanom-Diagnostik scheint verlässlich