Kommentar

Mehr als eine Naturwissenschaft

Angela MisslbeckVon Angela Misslbeck Veröffentlicht:

Frauen und Männer sind verschieden. Das ist banal. Aber in der Medizin findet diese Banalität bislang erstaunlich wenig Beachtung. Die größte europäische Uniklinik Charité Berlin hat entdeckt, dass es sich lohnt, dem kleinen Unterschied mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Sie hat deshalb ein Institute for Sex and Gender in Medicine eingerichtet.

In den Geisteswissenschaften sind Geschlechterunterschiede schon seit eh und je ein Thema. In die Medizin sickern sie nur langsam ein. Aber sie tun es. Das zeigt dreierlei: Zum einen ist die Medizin keine reine Naturwissenschaft. Wenn sie Geschlechterunterschiede nicht berücksichtigt, bleiben ihr wichtige Erkenntnisse vorenthalten. Zum anderen tat sich die Medizin aber lange schwer damit, dass sie nicht nur Naturwissenschaft ist.

Sonst hätte die Sex- und Gender-Forschung früher Einzug gehalten. Dass sie es nun langsam tut, markiert zum dritten aber auch eine historische Wende: Im 21. Jahrhundert ist das naturwissenschaftliche Fundament der Medizin so unbestritten, dass sich die Disziplin, die an der Charité auch gern zu den Humanwissenschaft gezählt wird, ohne Gefahr wieder ihrer geisteswissenschaftlichen Wurzeln besinnen kann. Davon profitieren alle: Frauen und Männer.

Lesen Sie dazu auch: Kleiner Unterschied spielt noch keine große Rolle

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kasuistik zu Autoimmunerkrankung

Wüssten Sie, was hinter diesen Symptomen steckt?

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 2: Schneller Wirkeintritt von Naldemedin im Vergleich zu Placebo in den Studien COMPOSE-1 und COMPOSE-2

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [15]

Opioidinduzierte Obstipation

Selektive Hemmung von Darm-Opioidrezeptoren mit PAMORA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Viatris-Gruppe Deutschland (Mylan Germany GmbH), Bad Homburg v. d. Höhe
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Praxisführung

So profitieren Praxisteams von Qualitätsmanagement

Lesetipps
Wo geht es hier zum nächsten Arzttermin? Über Google starten viele Patienten die Suche, neuerdings wird auch Chat-GPT konsultiert. Eher zielgerichtet ist es, direkt nach Terminen zu suchen.

© fotogestoeber / stock.adobe.com

Arzttermine online

Meta-Suchmaschine für Arzttermine soll die Suche effizienter machen