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Mit Ausdauersport erfolgreich gegen Burnout-Symptome

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BERLIN (sir). Die Arbeitseinstellung kippt von "extrem engagiert" zu "zynisch und genervt". Das kann ein Burnout-Frühsymptom sein - auch bei Kollegen. Sportliche Aktivität könne dem Burnout-Syndrom jedoch entgegenwirken, sagt Dr. Johannes Beck aus Basel. Und viel Zeit müsse dafür nicht investiert werden.

Eine kleine texanische Studie belegt dies: Hier trainierten 13 eher unsportliche Männer mit Burnout-Symptomen nach den Empfehlungen der American Centers for Disease Control und des American College of Sports Medicine.

Das bedeutet vor allem: 17,5 Kilokalorien aerobes Ausdauertraining pro Kilogramm Körpergewicht und Woche. "Damit genügt für einen Mann von 70 kg ein Training von dreimal wöchentlich 400 kcal, also eine Joggingstrecke von je 6 km", rechnete Beck bei einer Veranstaltung in Berlin vor.

Die Studie lief über zwölf Wochen, nur ein Proband gab aus Termingründen vorzeitig auf. Bei neun Probanden blieb die Stressbelastung unverändert hoch; drei verloren gar in dieser Zeit ihren Job.

Trotzdem besserten sich Tiefschlaf, REM-Schlaf-Dichte, Anhedonie, die Burnout-Symptomatik insgesamt und sogar die Kognition signifikant im Durchschnitt der Teilnehmer. Der Cortisol-Spiegel beim Aufwachen besserte sich nicht-signifikant bei den drei Studienteilnehmern, die ihren Arbeitsplatz verloren, allerdings signifikant bei den übrigen Probanden.

 "Was die Teilnehmer selbst am meisten überraschte, war, dass sie Zeit für die Übungen fanden", so Beck. "Spätestens ab Woche vier merkten sie, wie gut ihnen das tat, und richteten ihre Prioritäten entsprechend ein."

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Kommentare
Dr. Ralf Hettich 15.02.201107:57 Uhr

Burnout - wer ausgebrannt ist, muss vorher gebrannt haben!

Als Entstehungsbedingungen für Burnout gibt es verschiedene Erklärungsansätze. Bei den persönlichkeitsorientierten Ursachen steht die Persönlichkeit des Menschen im Vordergrund. Oftmals wird eine Diskrepanz zwischen der idealisierten Vorstellung der Arbeit und der Wirklichkeit als Ursache angenommen.
Dies zeigt sich in:
? Perfektionismus, Zwanghaftigkeit
? Hohes Kontrollbedürfnis
? Übermäßiges Verantwortungsbewusstsein
? Hang zu übermäßigen und unrealistischen Schuldgefühlen
? Idealismus und Übereifer
? Verkopfung und Unterdrückung von Gefühlen
? Alles selber zu machen
? Schwierigkeit freie Zeit zu nehmen und zu geniessen

Die Ursachen von Burnout liegen aber nicht nur in den Persönlichkeitszügen der Angestellten, sondern auch bei der schlechten Arbeitssituation. Vor allem stressige arbeitsorganisatorische Bedingungen zählen zu den Faktoren, welche das Entstehen von Burnout begünstigen:

? Unzureichende Ausbildung
? Überlastung durch zu viele Kunden
? Zu lange Arbeitszeiten bei zu geringer Bezahlung
? Undankbarkeit der Kunden
? Mangel an positiven Feedback
? Fokussierung auf Kundenprobleme
? Die Normen eines „guten“ Helferverhaltens
? Eine zu starke Eingebundenheit
? Hierachieprobleme
? Geringer Handlungs- und Entscheidungsspielraum
? Administrative Zwänge
? Schlechte Teamarbeit sowie Druck von den Vorgesetzten
? Schlechte Arbeitsorganisation und mangelnde Geld- und Personalmittel
? Das Fehlen sozialer Unterstützung

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
Dr. Ralf Hettich

Mailkontakt: info@ralfhettich.de

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