Kommentar – Brustkrebs ertasten

Mit Fingerspitzengefühl!

Von Wolfgang  van den Bergh Veröffentlicht:

Blinde ertasten Brustkrebs – Hokuspokus? Offenbar nicht, wie die Ergebnisse einer Studie an der Universitäts-Frauenklinik Erlangen unter Leitung von Professor Michael Lux nahelegen. Er ging der Frage nach, ob Medizinische Tastuntersucherinnen (MTU) bei der Brustkrebsvorsorge genauso häufig Auffälligkeiten im Gewebe entdecken, die dann histologisch untersucht werden, wie Ärzte.

Etwa 400 Frauen beteiligten sich an der Studie, die im Wissenschaftsjournal „Breast Care“ veröffentlicht worden ist. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen, wenngleich sie differenzierter betracht werden müssen. Bei nicht vor-operierten Frauen lag die Trefferquote der MTU bei 82 Prozent – ohne großen Unterschied zu Ärzten.

Allerdings: Bei vor-operierten Patienten kamen die Tasterinnen wegen des vernarbten Gewebes nicht so gut klar wie die darauf spezialisierten Ärzte, so Lux.

Um es klar zu sagen: Es geht nicht darum, Gynäkologen Konkurrenz zu machen oder sogar bildgebende Verfahren zu ersetzen. Im Mittelpunkt muss die Zusammenarbeit mit dem Arzt stehen, gerade dann, wenn die Empfehlung zur Biopsie ausgesprochen wird. MTU können bei der Früherkennung eine Hilfe sein – in medizinischer und in sozialer Hinsicht. Darüber kann man durchaus nachdenken.

Lesen Sie dazu auch: Fingerspitzengefühl: Wie Blinde bei der Brustkrebsvorsorge helfen

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