Suchtkrankheiten

Mit Tabletten fällt das Nein zur Zigarette leichter

WIESBADEN (grue). Die Einnahme einer Rauchentwöhnungs-Pille lohnt sich: Denn mit einem Präparat kommen innerhalb von drei Monaten doppelt so viele Patienten von der Zigarette los wie mit Placebo.

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Die Lebenserwartung eines starken Rauchers ist um etwa zehn Jahre verkürzt. "Allerdings kann sich ein 30-Jähriger, der mit dem Rauchen aufhört, diese zehn Jahre zurückholen", sagte Professor Helmut Gohlke aus Bad Krozingen in Wiesbaden.

Auch verkürzt jede einzelne Zigarette bei einem starken Raucher bis zum Alter von 60 Jahren die Lebenszeit statistisch um genau 28,6 Minuten. Gohlke ging für diese Modellrechnung von einem Raucher aus, der 42 Jahre lang täglich 18 Zigaretten konsumiert. Durch Rauchen von 275 940 Zigaretten verliert er schätzungsweise 15 Jahre.

Zwar sind das starke Argumente, künftig auf Tabak zu verzichten -doch hat die "Schlusspunktmethode" bei Gewohnheitsrauchern eine Rückfallquote von etwa 97 Prozent nach einem Jahr, so der Experte bei einer Veranstaltung des Unternehmens Pfizer.

Leichter fällt der Ausstieg aus der Nikotinsucht, wenn der Raucher psychologische Unterstützung bekommt und in den ersten Monaten zusätzlich ein Präparat zur Rauchentwöhnung anwendet.

Dafür steht seit März dieses Jahres als weitere Therapie-Option das Medikament Champix® zur Verfügung. Die Tabletten enthalten den Wirkstoff Vareniclin, der anstelle von Nikotin an dopaminerge Rezeptoren bindet. Wie Professor Martin Wehling aus Mannheim berichtete, sind 44 Prozent der Raucher mit Vareniclin nach dreimonatiger Anwendung nikotinabstinent. Die Erfolgsrate ist damit 2,5-mal höher als mit Placebo. Die Wahrscheinlichkeit für eine dauerhafte Rauchentwöhnung steigt weiter, wenn die Basistherapie mit Vareniclin von drei auf sechs Monate verlängert wird. Mit dieser Methode waren in einer Studie zum Ende der Therapie sogar 70 Prozent der Patienten rauchfrei.

Die Behandlung mit dem verschreibungspflichtigen Medikament kostet pro Tag etwa so viel wie eine Packung Zigaretten. Es ist - wie alle Rauchentwöhnungspräparate - nicht erstattungsfähig.

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